Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 458 (sequence 5)
- Language
- German
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458 Geschichte der Juden kein יT)• Dieses Verbannungsdccret wurde von säinintliclien Rathsverwandten unterzeichnet, und seit jenem Ereignisse ist, obwohl, wie wir weiter sehen werden, schon ״JO Jahre später wiederum einzelne jüdische Familien sieh in .Speyer aufhiehen, von .luden in der Stadt .Speyer nur selten noch die Hede. Wir werden daher• in dem Folgenden vorzugsweise nur über die Geschichte der in den übrigen Städten des llochstiftes Speyer wohnenden •luden zu berichten!nahem Im Laufe der Zeit war es Brauch oder Verpflichtung geworden, dass die .luden im Erzstifte Speyer einem neugewähl« teil Bischöfe hei seinem Einzuge in die Stadt Geschenke verahreichten, und so erfahren wir denn, dass am J7, März 1L49 die Juden von Landau dem neuen Bischöfe Reinhard, einem jSeflen Ilabans, als er in diese Stadt einzog, 50 Gulden als Geschenk überreichten, wie sie später im October 145S) dem Bischof J ohann e s II. ebenfalls bei seinem Einzuge die üblichen Geschenke io den bischöflichen Hof brachtenl?e). Die Burgleben in Landau waren zunächst auf die dortige Judensteuer angewiesen; als diese aber nicht mehr hinreichte, wurden auch andere bischöibche Güter dazu verwendet. Die »Judenburglehen zu Landau trugen gewöhnlich zwischen 7 und 10 Pfd. Heller jährlich ein. Unter dem von 1404— 1478 residirenden Bischof Matthias waren 15 theils lebenslänglich, theils erblich verliehene Judenburglehen daselbst, wonach man die dortige Judensteuer im Durchschnitte zu 1JÜ Pfd. Heller jährlich anschlagen kann129). Der zuletzt genannte Bischof richtete wiederum auf die Juden in seinem Hochstifte eine grössere Aufmerksamkeit als sein Vorgänger. Er drückte ihnen ollen seinen Wunsch aus, ״dass sie sieh von dem Irrsale der Finsterniss zu dem wahren Lichte Jesu Christi, dem Erlöser des Menschengeschlechtes und dem in christlichen Glauben bekehren möchten,“ und als die Juden auf diesen Rath nicht entgingen, erliess er am 21״. October HOB sehr strenge Vorschriften über ihr Verhalten. Jeder Jude über fünf Jahre sollte einen gelben Ring offen auf der Brust, und 127) Lehmann a. a. 0. 8. 8*29. י*?ב) Remling a. a. 0. II, 64 und 112. Mono 3, 308 t\