Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension] / H.
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 437 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Kecensionen und Anzeigen. 437 überflüssig und deshalb störend ist. Da namlicli die Ilarfe Davids schon dadurch, dass ihre Saiten versagen, unbrauchbar geworden ist, so braucht sie Uriah nicht erst zu entreissen, soll aber Uriah die Reue bewirken und die Harfe entreissen, dann brauchte sie nicht erst der Stimme beraubt zu werden. Hingegen ist ״Simsons Tod,“ 8. 52, ein ganz vortreffliches Ge• dicht, lebendig und in würdiger Sprache dahinflirssend, weiss es in fortwährender Spannung zu halten. — Aber ganz wcgblciben hätte können das Gedichtchcn ״An das Gold,“ S. 03, wclchcs eine sehr zweifelhafte Lehre enthält, denn das Gold als Gold wirkt wohl sch wert ich ,,für das Reich der Wahrheit“ und brauchte wenigstens in diesem Büchlein nicht besungen zu■ wer den. Als geradezu unpassend mochten wir das Gedieht: ״Die Auferstehung der Todten,“ S. 69, bezeichnen, wo mit den sinnlielisten Farben die Auferstehung nusgemalt wird, Verse wie: ,,Aus der Hölle Schinerzenskainmcrn, wo stets Satan (iluthen schürt, unter llculen, unter Jammern, von Dämonen angeführt, kommen alle Sündersee len, die dann ihre Leiber wählen,“ erinnern zu sehr an nichtjüdische Anschauungen, Vorstellungen und Dogmen, als dass sie unter dem Namen ״Jüdische Klänge“ passiren dürften, und entsprechen durchaus nicht der Aufgabe, die sich der Dichter im Vorworte stellt: ״Will nur deine Seele leiten zu des Glaubens lichten Höh'n." Doch hisst uns der Yerf. nicht lange Zeit mit ihm zu grollen, denn gleich in den folgenden Gedichten weiss er uns zu entschädigen. Der Verf. hat auch hagadische Piecen aus Talmud un Middrasch und unter diesen manches mit vielem Geschick bearbeitet (die gelungenste Bearbeitung ist 8. 130); doch wissen wir nicht, warum er 8. 76 (gegen seine eigenen Worte in der Anmerkung) von der bcarbeiteten Stelle in Baba batr. 10a abwich, und anstatt INIildthätigkeit (צדקה), wodurch die Pointe nicht im mindesten abgestumpft worden wäre, ״Hoffnung“ setzte. — Nur sehr geringen Werth, sowohl in poetischer als auch in gedanklicher Beziehung, haben die dr^i Gedichte von S. 78 bis 85>. .Dafür ist das letzte Gedicht: ״GrusS an Palästina,“ recht anziehend und innig und warm gefühlt. Was das Formale dieser Gedichte betrifft, so ist zu bemerken, dass der Verf. gern zu sehr kühnen Bildern und Gleichnissen greift, die oft theils nicht zutreffend, tlieils nicht mit der Kranke]p Hon&tmhiift. XII. II. 34