Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension] / H.
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 438 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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38 Monatsclironik. gehörigen Pracision -durchgeführt sind. Als Beleg begnügen wir uns folgende anzuführen. 8. 15 ״Und ward gejagt, gespornt vom (mittelalterlichen) Dunkel.“ Sehr gesucht und unzutreffeiul istder Vergleich Israels mit dem Ivamecl, dessen Führer ein Lied singt, das dem Kameele die Last erträglicher macht; bei Israel heisst aber ״des Führers Lied“ ein Lied (Israels) üb er den Führer“ (Gott). Ferner macht der Verfasser in Bezug auf die Wortstellung bei den trennbaren verbis, allztihäufigeii Gebrauch von der poetischen Licenz, wodurch viele JSpracliihärtcn und Schwerfälligkeiten entstehen, liier nur zwei Beispiele: S. H'\ im Bussgcbcte ״Und der Tugend schloss die Kammer meines ller/ens zu die Thür" (?), 8. 40 ״Dort, ach, mocht* ich aus das Haar mir raufen.“ Noch viel störender sind die. unstatthaften Heime, die fast in jedem Gedichte zu finden sind, weshalb wir uns die Anführung von Beispielen ersparen können!. Wenn wir nun nach diesen einzelnen Ausstellungen unser Gesanunturtheil über dieses Büchlein aussprechen wollen, so müssen wir sagen, dass es sich nicht gar zu hoch über das Niveau der gewöhnlichen Dichtungen erhebt, denn es fehlt ihm jenes Pathos, ׳das die Herzen im Sturme erobert; dass aber dafür die meisten seiner harmlosen Klänge, ihrer Genuithstiefe wegen wohl geeignet sind, leise und fast unmerklich in die empfänglichen Gemüthcr einzuziehen. Wessen Geinüth sieh daher für die Religion eine gewisse kindliche Pietät bewahrt hat, wird dieses Büchlein mit Nutzen und Vergnügen lesen und sich nachsichtig über einzelne Mängel hinwegsetzen, denn, wie unser Verfasser im Vorworte sagt: ״Tadel häuft ein Menschenhasser, Nachsicht hegt ein Menschenfreund.“ II. mm WWW DSsseldorf, 14, Oct, Bei der gestrigen Wahl der Handelsrichter wurde u. A. Herr Jacob Cohn gewählt. Derselbe war schon im vorigen Jahre als Handelsrichter gewählt worden, doch wurde ihm die königliche Bestätigung versagt.