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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 11 · p. Seite 429

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 11
Article
Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
Date
1863-01-01
Page
Seite 429 (sequence 13)
Language
German
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in Speyer. 429 dafür viele angesehene Bürgen stellte. Zwei Jahre später übertrug derselbe Bischof seinem Oheime und obersten Amtmannc des lloclistifts, Crafto von Hohenlohe, die Verwaltung des Hoch- Stifts, damit er über dessen Leute, Christen und Juden, gebiete und richte111). Ruhige Tage werden indess die Juden in Speyer um jene Zeit schwerlich verlebt haben, da damals in der Stadt theils in Folge der Belagerung von Seiten des Bischofs, theils in Folge des durch einige meineidige Bürger gegen den Rath veranlassen Aufruhrs, eine grosse Zerrüttung herrschte11* *). Am drückendsten aber waren für die Bewohner die Fehden, welche im Jahre 1375113) ׳/wischen dem Grafen Emicho von Leiningen und den Städten ]Mainz, Worms und Speyer ausbrachen, und unter denen die Juden, gleich den anderen Unterthanen, sicher nicht wenig litten. Der Grund der Entstehung dieses Krieges ist nicht mehr bekannt und konnte auch von Lelnnann, dem Verfasser der bekannten speyersehen Chronik, nicht mehr ermittelt werden. Vielleicht hat indess der Umstand dazu Voranlas.su ng gegeben, dass, nachdem dem damaligen Brauche entsprechend, der gedachte Graf Emich von Worms und wohl auch von den anderen beiden Rheinstädten zum Schirinhcrrn angenommen worden war, demselben von den erwähnten Städten, wie solches von Lehmann in Rücksicht auf Speyer ausdrücklich berichtet wird, Absagebriefe zugeschickt worden waren. Der Krieg zog sich in die Lange und wurde erst, nachdem sich Kurfür8t Ruprecht des Grafen Emich als seines Vasallen angenommen hatte, im Marz 1376 durch einen Friedensvertrag hei gelegt. Während des Krieges hatten ausser der pfälzischen Ritterschaft noch viele Klöster ausserordentlichen Schaden erlitten, und wurde in einem besonderen Vertrage ihnen Entschädigungen in Aussicht gestellt. An Pfalzgraf Ruprecht allein mussten die besiegten drei Städte im Jahre 1378 eine Entschädigungssumme von 2500 Gulden entrichten'14). Als Beisteuer zu den Ausgaben in dem Streite mit dem Grafen Emich und zu den versprochenen Entschädigungsgeldern mussten aber auch die Juden enorme 21') Kernling, Gesch. d. bisch, von Sp, I, 647 u. 650. *12) Siehe Lehmann’s Chronikbuch VII, cap. 54—56. 113) Bei Wachsmuth, Gesch. der deutschen Nationalität III, 19 steht wohl nur durch Druckfehler 1357. IU) Hiiu88er, Gesch. der rheinischen Pfalz I, 177.

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