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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 11 · p. Seite 428

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 11
Article
Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
Date
1863-01-01
Page
Seite 428 (sequence 12)
Language
German
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428 Geschichte der Juden nebst dessen Schwage. Jacob von Spire’09), vielleicht zu jenen Ausgewiescncn gehörten. Doch die Abwesenheit der Juden von Speyer wahrte nicht lange, denn schon 1354 wurden sie wieder unter gewissen Bedingungen ״zwischen der Webergassen und dem Schulhaus“ zu ge lassen, und ward ihnen am 24. Dccember die Synagoge wiederum mit der Bestimmung verliehen, dass, wenn sie der Rath später wieder ausweisen sollte, ihnen alsdann, was sie daran gebauet, zu ersetzen sei. Als Begräbnissplatz überwies man ihnen für jährliche Zinse einen Theii ihres früheren Gottesackers ״zwischen dem Beerfriede, da man ausgehet und der Waltgassenund gewährte ihnen noch andere öffentliche Gebäude und Plätze, wie den grossen Schulhof, den man nennet der Juden ,,Danizhus oder Brutehus“ 110). Fast zwei Decennien hindurch hören wir darauf von den Juden in Speyer nichts, und erst aus dem Jahre 1373 erfahren wir, dass Bischof Adolph, welcher trotz des Widerspruches des Papstes seine Ansprüche auf den erzbischöflichen Stuhl zu Mainz behaupten wollte und dadurch die Ilochstifter Mainz und Speyer in bedeutende Schulden stürzte, am 14. August ״als Bischof von Speyer und Pfleger des h. Stuhles zu Mainz“ von speyerer Juden 800 Goldguldcn aufnahm, für jeden Gulden wöchentlich einen guten Strassburger Pfennig Zins versprach und l°°) Kriegk, a. a. 0. S. 551 und Königshovens Chronik ed. Schilter, S. 1053. n,t) Lehmann a. a. 0. 714 und Zeusz, die freie Reichsstadt Speyer Seite 8, angeführt Ersch und Gruber, Artikel Juden, Seite 100. Der Judenscliule Hof zu Speyer wird auch in einer Urkunde vom Jahre 1361 erwähnt, siehe Mone 9, 269, Solche Tanzhäuser der Juden kommen im Mittelalter an verschiedenen Orten vor, so zu Augsbürg bereits im Jahre 1290 (s. Schudt, Jüd. Merkw. I, 336 und II, 5, und diese Monatsschrift 1861, 280) und in Frankfurt a. M., wo es schon vor 1349 vorhanden gewesen sein muss, damals aber zerstört und hierauf später wieder aufgebauet wurde, und in den Jahren 1360, 1362, 1390 und 1495 erwähnt wird. Siehe Kriegk a. a. 0. S. 445 u. Anmerk. 247. Vgl. Oppenheim in der Zeit. d. Jnd. 1862, 690, und Landau das. 1863, 19. Den Bemerkungen des letzteren habe ich noch hinzuzufügen, dass wenigstens die wohlhabenden Städte im Mittelalter ihre Richthauser hatten, welche den Namen Spielhaus, Spelhus oder theatrum führten, 80 dass Tanzhaus für Gemeindelocal nur als Nachahmung hiervon gelten kann. Vergh Jacob Grimm, Deutsche Rechtsalterthümer S« 806.

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