Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 430 (sequence 14)
- Language
- German
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430 Geschichte der Juden in Speyer. Summen beitragen, und berichtet eine handschriftliche Wormser Acte vom Jahre 1377, dass sich am Freitag, den 21. Ipr, d. i. am 1, Mai des genannten Jahres, die Juden zu Worms verpflichton mussten, der Stadt zu gedachtem Zwecke in mehreren Terminen 20,<X)0 Gulden zu zahlen, und wurde jene Acic von mehr als 30 Wormser Juden unterschrieben, darunter mehrere, deren Väter 1349 umgekotnmenns). Ohne Zweifel werden auch die Juden in Speyer eine entsprechende .Stimme zu gleichem Zwecke haben beitragen müssen. Schon wenige Jahre darauf drohte den Juden zu Speyer wie in den anderen Rheinstädten wiederum ein bedeutender Verlust. König Wenzel hatte nämlich irn Jahre 1383 bescliliossen, sowohl von den fürstlichen als auch von den städtischen Juden am Rheine den zehnten Theil ihres Vermögens einzufordem. Auch war bereits von dem Könige ein Rathsherr mit dieser Forderung an die Fürsten abgegangen, welcher, da diese gegen dieselben keine Einwendung gemacht hatten, sich auch an die Rheinstädte mit einer gleichen Forderung wenden und, falls diese nicht darauf eingingen, von dem königlichen Siegel, mit welchem er versehen war, Gebrauch machen und die Juden vor sich citiren sollte. Nachdem nun die damals in Halle versammelt gewesenen Eidgenossen des schwäbischen Bundes durch gute Freunde heimlich von diesem Vorhaben des Königs Kunde erhalten hatten, gaben sie dem Rathe zu Speyer von demselben mit dem Ersuchen Kenntniss, auch die anderen zu dem schwäbischen Bunde gehörenden Pheinstädte hiervon zu benachrichtigen, sich jedoch in der Sache nichts zu vergeben, bis sie durch ihre Boten, die, um einen am Rheine demnächst abzuhaltenden Städtetag zu ihnen kommen würden, sich zu ge״ meinsamen Massregeln verabredet hätten. Der Rath zu Speyer entledigte sich dieses Auftrages und theilte das von dem schwäbischen Bunde empfangene Schreiben am 31!« October des gedachten Jahres dem Rathe zu Frankfurt, welcher sich noch am 4. Juli 1376 für den König Wenzel und dessen Vater, Kaiser Carl, bei dem Concze Kawe von Speyer wegen 188 Gulden verbürgt und denselben ermächtigt hatte f diesen Betrag nöthigemn6) Briefliche Mittheilung von Zunz. Vgl. auch dessen: Zur Geschichte S. 562.