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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 11 · p. Seite 426

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 11
Article
Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
Date
1863-01-01
Page
Seite 426 (sequence 10)
Language
German
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426 Geschichte der Juden Carl am 17. Februar 1350 seinem treuen dienstbereiten Fürsten von■ Speyer noch, ihn und sein Hochstift bei allen Freiheiten und Unterpfändern zu schützen, die ihm vom Reiche verliehen 10. i)ec. 1299 den Juden, von dern Abte und dem Kloster Eberbach Zinsen von den denselben dargeliehenen Geldern zu verlangen, was einem Schuldenerlasse so ziemlich gleichkommt. Directe Befreiungen von Judenschulden finden sich alsdann unter Heinrich VII. für das Stift zu Bamberg, welche Befreiung später im Jahre 1332 von Ludwig dem Baiern mit dem Zusatze bestätigt wurde, dass kein Jude wegen dieser abgenommenen Schulden weder gegen das Gotteshaus noch gegen dessen Dienstleute zu einer Klage zugelassen werden solle. Derselbe Kaiser sprach hierauf 1341 das Kloster Waldsassen, 1343 den Burggrafen Johann von Nürnberg von den Judeusclmlden frei und cassirte 1346 die Schulden, welche die Grafen Eberhard und Ulrich von Würtemberg bei den Juden in Colmar und Schlettstadt gemacht hatten. Sein Nachfolger Carl IV. handelte ganz in derselben Weise; 1347 erklärte er die Burggrafen von Nürnberg, 1349 den Markgrafen Rudolph von Baden nebst dessen Untcrthancn (Schöpflin, hist. Zar. Rad. II, 48), 1350 die Stadt Weissenburg und die deutschen Herren zu Nürnberg, 1354 die von Scharfenstein und 1360 zwei böhmische Edelleute (Kriegk, Frankfurter BiirgerzwUte 429) von den Jiulenschulden frei.־ Noch schlimmer erging es den Juden in dieser Hinsicht *unter dein König Wenzel, der nicht blos einzelne Personen und Stifter, sondern ganze Provinzen und Länder von der Bezahlung der Judenscbulden freisprach. So vernichtete er nicht nur 1385 drei Viertel der Forderungen, welche die Juden an die Reichsstädte hatten, sondem annullirte 1390 die Judenschulden in ganz Frankenland, Baiern und Schwaben, 1391 die der Städte Heidingsfeld, Mainbern heim und Nordhausen, 1392 die sämmtlicher Edelleute in den Reichsstädten (8. Caspar v. Lerch, von des Adels Herkommen S. 42), 1395 die der Stadt Küniggrätx an die Juden Benasch und Necharaa (siehe oben Anmerkung 58), 139S die des Bischofs Friedrich von Utrecht (Pelzel’s Wenzel II, 364) und 1411 die über zehn Jahre alten Schuldverschreibungen des Bischofs Konrad von Olmütz und anderer Herren in Mähren, insbesondere die den Juden zu Iglau gehörenden (das. II, 580 u, Chlurneckys Regesten zu den Urkunden des Iglauer Stadtarchivs Nr. 79). Von der Bestätigung und Erweiterung des Schuldenerlasses unter Ruprecht von der Pfalz im Jahre 1401 ist bereits oben die Rede gewesen. Dem Beispiele der Kaiser und Könige folgten natürlich auch andere Fürsten und Herren. So sagte Herzog Heinrich von Baiern 1338 die Bürger von Straubing und 1352 Herzog Ludwig der Baier .die Ingal- Btädter von den Judenschtilden los (s. Hübner, Merkwürdigkeiten van Ingolstadt Heft II, 166), und 1347 erklärte Burchard Moench der jüngere von Landskraa, Schultheiss zu Colmar י dass der König des rö*

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