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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 11 · p. Seite 421

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 11
Article
Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
Date
1863-01-01
Page
Seite 421 (sequence 5)
Language
German
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in Speyer. 421 Unter der Leitung eines solchen Vaters und mit dessen Regierungsweise auf’s engste verflochten, darf es nicht Wunder nehmen, wenn auch sein Sohn Ruprecht 1IL, der sich später als deutscher König den Juden durchaus nicht feindlich erwies, so lange er noch Pfalzgraf war, und namentlich bis zu dem im Jahre 1398 erfolgten Tode seines Vaters, gegen die Juden seines Landes mit gleicher Harte verfuhr wie dieser. Nicht Idos nahm er an der Vertreibung der letzteren aus der Pfalz im Jahre 1391 Anthcil, sondern er übergab auch am 3. Februar 1394 die Judenschulc zu Neustadt an der Hardt, welche ihm zugefallen war, dem Spitale zu Branchweiler, und selbst noch bei seiner Krönung zu Cüln, wo er sich noch in zu grosser Abhängigkeit von den Kurfürsten des Reiches befand, bestätigte und erweiterte er aut G, Januar 1401 das von König Wenzel den Nürnberger« 1390 crtheilte Privilegium in Bet re fl' der Befreiung von den Judenschulden und erklärte, als sieh einige Männer der Juden des diesen widerfahrenen Unrechtes wegen angenommen hatten, dass alle von den Juden zunickgehaltcnen Sehuldurkunden nichtig seien, und wer diesen zur Eintreibung ihrer Schulden behilflich sein würde, als Räuber behandelt werden sollte, Allein als lvö« nig, namentlich seitdem er zu grösserer Selbstständigkeit gelangt war und'den Einfluss der Kurfürsten nicht mehr so sehr zu fürchten hatte, erwiies er sich, wie an einem anderen Orte bereits nachgewiesen Ist9״), gegen die Juden viel milder als früher, so dass diese unter. seiner königlichen Regierung die ruhigsten Tage während des ganzen Mittelalters verlebtem Wenden wir uns nach dieser «Schilderung der jüdischen Verhältnisse in der Pfalz nunmehr wiederum der Specialgeschichte der Juden in •Speyer zu. Durch die verhängnissvolle Katastrophe vom Jahre 1349 war diese vordem so blühende Gemein de gleich vielen anderen im deutschen Reiche10״) völlig ver- 90) Siehe meinen bereits erwähnten Aufsatz im Ben Chananja 1862, Nr. 2 und 3. 100) Die von Zu 11z in der synagogalen Poesie S. 40 f. an ge führten 41 jüdischen Gemeinden, welche in der damaligen Zeit in Folge der Beschuldigung, die Brunnen vergiftet zu haben, harte Verfolgungen zu erleiden hatten, habe ich in meinem Emek habbacha, Anmerk. 207, und im Jahrbuche für die Geschichte der Juden und des Judenthums I, 214, wie auch in einem im Ben Chananja 1802 veröffentlich- Frankel, MonaUachrift. XIL 1). 33

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