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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 11 · p. Seite 422

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 11
Article
Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
Date
1863-01-01
Page
Seite 422 (sequence 6)
Language
German
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422 Geschichte der Juden nichtet. Bei der kurz darauf stattgehabten Anwesenheit des Kaisers in Speyer suchte der Ilath aus dem Verderben der Juden noch Vortheil zu ziehen. Als nämlich Carl IV., der noch len Aufsätze vielfach vervollständigt, und dürfte 63 nicht unzweehmüssig erscheinen, dieselben hier in alphabetischer Ordnung und durch manche mir seitdem! bekannt gewordene Namen vermehrt, unter Angäbe der Quellen, znsammenzustellen. Es sind folgende 44: Aachen (siehe Öen Chananja 1862, S, 348), Augsburg (ain 22. Nov. 1318, siehe mein Emek lrnbb., Anm, 207, und meine Regesten S. 127, Nr, 180, wodurch der Zweifel des brev. chron. Augustanimi, ob die Verbrennung 1348 oder 49 geschah, gehoben wird), Bern (mein Emek habb. a, a, 0.), Bcmtfelden (siehe das), Iioppard (mit der dortigen Synagoge belehnte Erzbischof Boemumi von Trier einen Bürger daselbst. Der Revers darüber vom Jahre 1356 bei Günther, coü. dipl. Rhen. Mos. III, 623), Cöln (die dortige, ohnehin zahlreiche und durch eine!Menge auswärtiger Flüchtlinge noch bedeutend vermehrte Gemeinde setzte sich, Anfangs von der städtischen Obrigkeit geschützt, später aber angegriffen, zur Wehre, und ver&heidigte sich tapfer, bis sie endlich, nachdem auch viele Christen gefallen waren, der Geber-״ macht unterlag, worauf die Juden nebst ihren Hausern verbrannt war* den. ln ihre Hinterlassenschaft!heilten sich der Erzbischof Wilhelm und die Stadt. Siehe Chron, Aegidii Li Muiais in Srnet Recueil des Chrouiques de Flau «Ire II, 343 und Lucomblet, Urkundenbuch für die Geschichte des Niedlerrheins III, 391 und 412), Colmar (wo die Juden in einer Gegend, die noch jetzt den Namen ״das Juden loch** trägt, ihr Leben in den Flammen enden mussten. Die Stadt händigte hier• auf dem kaiserlichen Landvogte das bei den Getüdbeten gefundene Geld ein und wurde dafür aller Verantwortung überhoben. Siehe Strobel, Gesell, des Elsasses LI, 264 und 276 IV)) Dortmund (folgt aus der Urkunde vom 8. Mai 1354, in welcher Erzbischof Wilhelm von Cola den Bann auf.hob, den er gegen die Dortmunder geschlendert hatte, weil sie das Eigenthuiw der vertriebenen und erschlagenen Ju• den angegriffen hatten; siehe Jahne, Urkundenbuch der freien Reichs• stadt Dortmund H, 100), Ober׳Eh rh vim (siehe Strobel a. a. 0, II, 265), Friodberg (folgt aus einer Urkunde vom 14, Sept, 1350 bei Moder: Sichere Nachrichten von der kais. und des hell, Reichs Burg Friodberg 1, 163 und einer anderen vom 14. August 1354, die Ich im Bon Chananja a. a, O, bereits erwfihnt habe), Göttin gen (folgt aus der Thatsache, dass Herzog Ernst von Braunschweig-Lüneburg, wel• eher erst am 10. März 1348 den dortigen Juden einen ßchutzbrlef ertheilt halte, schon am 24. Dec. 1350 der Stadt ein Hau« uberliess, das früher die Judenschule gewesen war. Dia dortigen Juden müssen demnach inzwischen vertrieben oder getödtet worden 8iSln. Doch finden sich schon 20 Jahre später wiederum Bekenner des mosaischen Glaubens in G., da um 1370 zwischen der Stadt und dem Herzog

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