Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 419 (sequence 3)
- Language
- German
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in Speyer. 419 Juden nebst den Zinsen, die auf Martini fällig: wurden, wie auch die Abgaben von den Krainbuden in der Messe einnchmen sollte, und war der Erfolg dieser Anstellung wahrscheinlich ein so günstiger, dass sieh auch sein Orossncffe, König Ruprecht, im Jahre 1402 und später bewogen fand, die beiden Juden Elias von Wemheim und Isaac von Oppenheim mit der Einnahme des goldenen Opferpfennigs und der halben Judensteuer zu beauftragen95). Die günstige Lage der Juden in der Pfalz dauerte aber nur so lange, ^1$ Ruprecht I., der stets gross mutlüg gegen llililose war, lebte. Nachdem derselbe aber im Februar KHK) gestorben und sein Neffe, Kurfürst Ruprecht II., zur Regierung gekommen war, begannen für die Juden in der Pfalz traurige Tage. Dieser Regent war zu kirchlich gesinnt, zu sehr au den Papst Bonifacius IX. und den Katholicismus gefesselt und zu streng gegen jede ketzerische Richtung, als dass er gegen die Bekenner eines anderen Glaubens hätte human sein können, und so empfanden denn die Juden, die sein Oheim einst aus den Schrecken der Pest und der Verfolgung errettet hatte, den Wechsel der Regierung auf das härteste; sie wurden von ilun schwer bedrängt und dann 1391 gänzlich verjagt, worauf die Häuser und Gärten, die sic in Heidelberg besessen batten und unter denen namentlich die bedeutenden Besitzungen eines gewissen llutz, welcher die Flucht ergriffen hatte, hervorragten, der 1386 gegründeten dortigen Universität geschenkt wurden. Das Haus des reichen llutz ward zur gemeinsamen Wohnung von sechs Lehrern der Artistenfacultät verwendet90), die übri- 0צ) Siehe meinen Aufsatz: Die Juden unter Ruprecht von der Pfalz in Loew’s Ben Chananga 1862, 18. 96) Siehe die Urkunde Ruprechts vom 21. Mai 1391 in Wundt’8 Magazin für die pfälzische Geschichte III, 381 ff., in welcher als Hauserbesitzer u. A. der ״zitternde“ Abraham (vielleicht identisch mit Hutz), Mose Nurenberg (der oben erwähnte Steuereinnehmer Ruprechts I.), Herz, Gumprecht, SymiLin und Trostlin genannt werden. —- Die Universität zu Heidelberg war übrigens nicht die einzigeי zu welcher die Juden ihre Häuser hergeben mussten; auch die durch Carl IV. 1348 in Prag gestiftete Universität wurde in das Haus des dortigen Juden Lazar, das man noch jetzt das alte Collegium nennt, verlegt (siehe Paineky, Gesch. von Böhmen, B. 11, Abth. II, 293, und Foges, Aiterthümer der Prager Josephstadt, L. 18) und auch zu der