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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 11 · p. Seite 413

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 11
Article
Geschichte der Juden in der Schweiz
Date
1863-01-01
Page
Seite 413 (sequence 9)
Language
German
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in der Schweiz. 413 Familien. Sie wurden von den in der Grafschaft regierenden Orten als Schutz- und Schirrnjudcn aufgenommen und ihnen die beiden, eine halbe Stunde von einander entfernten Ortschaften Endingen und Lengnau zum heimischen Aufenthalte angewiesen, Hier wohnten sie unter dem besonderen Schutz der Landvögte, und bis gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts unter einem Drucke, der wo möglich noch nnUelalterlicher war, als in maneben Gegenden Deutschlands. Ausser den alle sechszehn Jahre an diie Landeshoheit entrichteten Schutz- und Schirmgehlern, waren die Juden auch noch mit einem sog, Geleilsgeldc belegt.. Während ein Saum Wein, ein. Malter Haler, ein Christenpferd und Anderes blos einen Schilling bezahlten, war ein Jude, und was er im Lande kaufte und verkaufte, mit drei, und ein Judenpferd gar mit zwölf Schillingen belegt, welche vor jedem Stadtthor und Schlagbäum des Landes bezahlt werden mussten. So durfte, um nur noch eins anzuführen, nach dein zuletzt ertheilten Schutzbrief vom Jahre 1792 ״kein Christ und kein Jude ohne Vorwissen und Einwilligung des Landvogteianitcs unter demselben Dache wohnen,u ulk! wurde noch in demselben Jahre ihnen eingesclnlrft, alle sie betreffenden schon existirenden oder künftigen Mandate und Verordnungen der Landeshoheit auf's genaueste zu befolgen 1)- Doch noch vor Ablauf des achtzehnten Jahrhunderts richteten mehrere bedeutende Staatsmänner der Schweiz, angeregt durch den Ruf nach Freiheit und Gleichheit, welcher von denn benachbarten Frankreich angestimmt wurde und veranlasst durch die Proclamirung der Menschenrechte in der französischen Verfassung von 1791, ihr Augenmerk auf die Verbesserung der politischen Stellung der aargauischen Juden. Im Jahre 1798 kam die Helvcfcik: in fünfzehn Sitzungen des helvetischen Grossen Raths wurden heftige und eingehende Debatten über dieEmancipation geführt, Debatten, in welchen die erleuchtetsten Staatsmänner der Eidgenossenschaft, ein Suter, Esch er, Fornerod, Secretsm2) für die Gleichstellung und gegen die *) Eidgen. Abschiede VIII, 477. *) Suter sagte in der Sitzung

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