Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 10 · p. Seite 391

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 10
Article
Horae Semiticae
Date
1863-01-01
Page
Seite 391 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829290-2829301-2859977--08008-2860032
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

II. Dogmatisches. 391 mehr Fundamentalsatze an, als nothwendig ist, Dagegen trifft letzteren allein der Vorwurf, dass er einen wirklichen Funda» mental - Glaubenssatz mit Stillschweigen ubergeht, nämlich den Glauben an. die UÜberlieferung, dessen Negation nach der ausdrücklichen Lehre der Mischna den Verlust der ewigen Seligkeit nach sich zieht. Maim. hat darauf wohlweislich Bedacht genommen, nur dass er Offenbarungsglauben und Traditionsglauben in einen Artikel zusammenfasst (פירש התורה p וכמו המקובל גם כן מפי הגבורה Mischna-Coinment. ib.), während die Mischna den Glauben an die Tradition, den späteren Verhältnissen entsprechender, als einen selbstständigen aufstellt*0). Fassen wir nun das Ergcbniss unserer Erörterung näher in'8 Auge, so ist cs die Gewinnung einer historischen Basis für ein Glaubensbckcnntniss, das auf keine geringere Autorität sich stützt, als die der Mischna; es müsste lauten: אני מאמין וכד 17)א) שההורה כלן השמים ב) בחהית המתים _ג) כקבלת הו״ל שהיא אכלתית: אנכי ה' אלהיך gar nicht passen, da ja nicht gesagt wird: אשר אני הוא ופו׳, sondern: אשר הוצאתיך וכו׳, was auf das Walten der Voruehung hinweist. Das Judenthum beginnt mit der Aussage — nicht von Gottes Sein, sondern von Gottes Walten; das erste Wort der Thora lautet nicht: בראשית היה (— lv uqxV *P Joh. 1, 1), 8011dem בראשית ברא- 2ö) Abgesehen davon, dass die Feststellung des dritten Dogmu's aus einer späteren /-eit datirt (siehe oben Anmerk. 2), 1111 Alterthum liess man sich mehr vom practischen Bedürfnis leiten; so lange über die mündliche Lehre kein Streit obwaltete, fühlte man gar keinen Drang, in dieser Beziehung eine Norm au fauste 1 len. Denn Ursprunglieh waren schriftliche und mündliche Lehre noch nicht als zwei verscluedene Disciplincii aulgefasst, sondern sie galten als das, was sie in Wirklichkeit sind: Text und Commentar, die zusammengehören und auch zusammen vorgetragen wurden (conf, Frankel, Hodeg. p. 5, u. mein Maratik söd p. 5). Erst als der Begriff der mündliehen Lehre mehr und mehr Selbstständigkeit erlangte und über We- 8en und Umfang derselben, wie über ihr Verhältnias zur Schrift die Ansichten und Meinungen sich tlieilten, oder — um mit dem Talmud zu sprechen: וגעשה התורה כשתי תורות — erst da machte sich, das Bedürfni88 nach einem Correctiv für wahres Judonthum geltend, dessen Aufstellung vollends unvermeidlich wurde, als die.Minim ihr Unwesen zu treiben begannen. . *7)!u der Mischna wird תחית המתים zuerst genannt, um an das so

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.