Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Horae Semiticae
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 392 (sequence 16)
- Language
- German
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392 llorae Scmiticae. II. Dogm.atisches. Diese drei Sätze allein sind wirkliche עיקרים? denn wer auch nur einen derselben ncgirt, der ist nach der Lehre der Misch״a יוצא הכלל. ישראל ואין לו הלק לעולם הבא; such gibt es im ganzen Bereich der Lehre des Judentlmms keinen Glaubcnssatz, der nicht schon in einem der erwähnten drei עקרים enthalten wäre: mit der Anerkennung der Offenbarung ist die gesammte schriftliche Lehre, — mit dem Glauben an die Tradition ist die gesammte mündliche Lehre anerkannt, was bedarf es da noch mehr? יל קרי בי, רב 1 [יל גטוף!» Und was etwa noch in Bezug auf die ewige Gerechtigkeit Gottes, Lohn und Strafe, ewiges Leben etc. hervorzulieben wäre, das sagt der Artikel von der Auferstehung. Dieses Dogmensystem der Mischna können die Dogmenscheuen in Israel wohl kritisiren, doch sein geschichtliches Vorhandensein negiren — das können sie nicht!29) eben erwähnte עולב הבא anzuknüpfen, ganz im Geiste der in der Gemara citirten Beraita: .הוא כפר ב״ה, לפיכך לא יהי׳ לו חלק וכו׳ 0י) Gonf. Mahn. Jad ha־chasaka, Mainrim III, 1 ff: מי שאינו סודה 1•?* 1בהורה־. שבעל פה אינו זקן ממרד־! חחאמור בחורה• אלא הרי זה בכי־־ האפיקורוסיך והאומרין אין תורה סן השמים י ־ אינם בכלל ישראל י " Bcachtenswerth ist folgender historische Bericht des R.לוי (j. Sota vii, 5): ביבנה! הוחרד־! הרצועה• יצאה בת קול ואמרה• אין לכם עסק בנסתרות. — Diese Stelle ist schon frühzeitig missverstanden worden; nicht von Gottes Strafgericht ist hier die Rede, sondern — wie ja die Ausdrucke הותרה הרצועה und אץ לכס deutlich zeigen - vom Strafverfahren des weltlichen Gerichtes; der Riemen ist gelöst worden — die Geisse hing wurde ab ge sch afft, und zwar — wie aus dem hinzugefügten sir&ch'schen Spruch hervorgeht in Betreff von נסחרות, •— d. 11. dogmatisches Dissentiren wurde nicht mehr geahndet, in dieser Beziehung iiberlicss man die Dissenters Gott und ihrem Gewissen. In die moderne Sprachweise übersetzt, würde R. Lewi’s Bericht lauten: In Jahne wurde Gedankenand Gewiesensfreiheit proclamirt! (Siehe mein Manitik söd p. 25.) — Die Geschichte hat es übernommen, diese tolerante Massregel zu rechtfertigen. — Indessen versteht es sich von selbst, dass mit der Aufhebung der materiellen Strafe nicht die moralische Verpflichtung aufgehoben wurde. Es findet auch hier der Sprach des Talmuds Anwendung: אף על פי שארבע מיתות בטלו• דין ארבע מיתות לא בטל• Uebrigens ist ja durch שמע und שמונה עשרה genugsam dafür gesorgt, dass dem Juden die wesentlichsten Glaubenswahrheiten, täglich wiederholentlich zum Bewusstsein kommen. Schon die ersten, stabilen drei Segenssprüche der ש״ע enthalten neben גאולה und תחיה noch