Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Horae Semiticae
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 389 (sequence 13)
- Language
- German
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339 II. Dogmatisches. an keine Offenbarung glaubt (השמים jö 2;(תורה) wenn man die Auferstehung leugnet (3;(תהית המתים) wenn man die Tradition nicht anerkennt (אפיקורוס)• Konnte sich Albo hierdurch nicht befriedigt fühlen? Was hat er selbst denn im Grunde Besseres geschaffen? er schrieb ein weitläufiges Huch, polcmisirt steh darin müde gegen Mahn., um am Ende da anzukommen, wo die Mischnalchrcr bereits vor Jahrtausenden gestanden. Auch Albo stellt drei Fundamentalsiit/.e auf, und zwar: 1) den Glauben an das Dasein Gottes (2;(מציאות השם) den Glauben an die Offenbarung (3;(תורה מ[ השמים) den Glauben an Lohn und Strafe (שכר ועונש)• Was nun Punct 2 betrifft, so lehrt Albo damit nichts Neues, sondern spricht den Satz der betreffenden Mischna in הלק buchstäblich nach; dasselbe gilt auch von Punet 3, der nach unserer obigen Erörterung mit der Lehre von תהית המתים völlig identisch Ist — nur dass der Ausdruck der Mischna gehaltreicher und demgemäss auch der Sache entsprechender, weil erschöpfender ist, als Alho’s steriler Ausdruck: שכר לעונש* *). Das Neue im Alho’sehen System (der wahre ישראל; wem mm im negativen Folgesatz חלק לע״ה abgesprachen wird, der ist, der Mischna. nach, kein wahrer ישראל. *) Wir glauben gerade das Gegenthoil behaupten zu müssen. Der Grundgedanke der Mischna ist שכר ועונש; man konnte sich aber שכר ועונש nur in Verbindung des Geistes und des Körpers denken, darum wurde תחיית הסתים und was sich hieran knüpft, angenommen. Aber schon tahn. Lehrer, wie der vorn Herrn Verf. oben angeführte ירב dachten hierüber anders, Albo stellte nun den Begriff שכר ועונש in seiner Reinheit auf; wer תחיית המתים in der Weise, wie es Herr K. in der Mischna erblickt, nicht glaubt, ist also nicht אפיקורוס; die Mischna selbst will nur die einstige Wiedervergeltung und die natürlich in ihr bedingte Fortdauer nach dem Tode ans«!rücken. Auch mit der Behauptung des Ilrn. Verf., es sei falsch, dem Juden» thume nachzusagen, es habe keine Dogmen, können wir uns nicht einverstanden erklären. Dogma ist ein Lehrsatz, dessen Vernunftgeimssheit nicht eingesehen werden kann, und der als blindes Credo, als Glaubenszwang, angenommen werden muss. Das Judenthum hat, Dank seiner göttlichen Reinheit, Solches nicht; der Glaube an die Offenbarung ist nicht vernunftwidrig, die eingehende Forschung über die Irrwege, auf die die tiefsten Denker aller Zeiten geriethen, findet ihn im Einklänge mit der liebenden göttlichen Weisheit. Was nun noch □תחייח המתי Dogmatisches enthalten könnte, erscheint durch Albo’s Satz geläutert; die Mischna selbst hatte auch nicht Dogmatieches, Glaubenaufzwingendes im Sinne, sie drückte nur die jenseitige,