Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Horae Semiticae
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 383 (sequence 7)
- Language
- German
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II. Dogmatisches- 383 sind. Der Standpunkt der Saddukäcr bezüglich dieser Frage konnte daher mit Fug und Recht lediglich als ein rein exegetischcr, mul nicht als ein häretischer betrachtet werden. Dieser Punct verdient besondere Beachtung, einmal um der Wissenschaft selbst willen, welcher richtige Erkcnntniss historischer Thatsachen Selbstzweck ist, — sodann auch schon deshalb, um in der jüdischen Dogmatik1*) selbst den richtigen Standpunkt leichter gewinnen zu können. Wie der Begriff von der Auferstehung (תהית המתים) au dein von der Fortdauer der Seele (השארה הנפש) sieh verhält, 80 verhält sieh der Begriff' vom zukünftigen Lehen (עול□ הבא) zu dem vom Jenseits (עדן p und גיהנם)« Unter ע1לם הבא versteht der Talmud durchweg das diesseitige (freilich verklärte) Lehen nach der Auferstehung; die Stellen in der Gemara, aus welchen dies unzweifelhaft hervorgellt, sind zu zahlreich, um hier vollständig mitgetheilt werden zu können14). Aber nicht blos aus der üc« 15) Diese Disciplin ist seit geraumer Zeit vielen jüdischen Theologen als ein noli me tangere erschienen; cs mag sein, dass eine eingehende Erörterung dieses heiklen Themas ihr bedenkliches hat- Indessen gilt auch hier der Ausspruch des R. Tarfon: לא עליך המלאכה לגמור, ולא אתה בן חורין להבטל ממנה. Passivität un<1 Quiu* tisrnus haben noch nie zur Losung einer obschwebenden Frage heigetragen. Man braucht aber nicht einmal mit divinatorischcm Blicke begabt zu sein, um einzusehen, dass gewisse Tages fragen im Judenthumu ihre endgiltige Lösung nur auf dem dogmatischen Gebiete fmden können. Eine auf historischer Basis beruhende und streng systcraisirte Dogmatik ist nicht nur eine sichere Controle, sondern auch ein heilsames Regulativ für die Theologie; eine Theologie ohne 801chcs Regulativ zur Seite läuft Gefahr, über lang oder kurz in zerfaserten und zerfasernden Kriticisimis auszuarten und alle positive Grundläge zu verlieren — excinpla sunt odiosa. 14) Wir wollen beispielsweise nur einige nennen: Schek. lla; Ketub. 111b: לא כעולם הזה העולם הבא• העולם הזה יש בו צער לבצור ולדרוך• העולם הבא מביא ענבה אחת בקרון או בספינה וכוי. — b. batr. 75b; 122a. Synhedr. 90b: ונתת חרוסת ה׳ לאהרן• וכי אהרן לעולם קיים אלא מלמד שעתיד להחיות* וישראל גוחנין לו תרומה וכוי ».«. m. Freilich heisst es Bor. 17a: מרגלא בם ומיי דרבי העולם הבא אין בו לא אכילה ולא שחיה וכוי — und das ist wohl die richtige Auffassung von רע״די denn diese geläuterte Anschauung war ursprünglich unter den Juden, die an die Auferstehung glaubten, die vorherrschende — ״in re8urrortione enim, neque nubent, neque nubtmUir; sod erunt sicut angelt Dei in coelou — MtL. 22, 30. — Doch hebt das Alles die