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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 9 · p. Seite 340

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 9
Article
Aus der Naturphilosophie der jüdischen Araber
Date
1863-01-01
Page
Seite 340 (sequence 5)
Language
German
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340 /H■ &׳*1■ ׳* * Aus der Naturphilosophie Die Mutakallimun hatten nämlich erkannt, dass ihrem Systeme ein starker Widerspruch innewohne. Denn da sie die Atome als Substanzen ohne Dimension erklärt, so können diese als solche natürlich keinen Raum ein nehmen — andererseits jedoch sind Atome, als getrennte Einheiten, ohne den Raum, der eben den Abstand zwischen Atom und Atom bildet, sie sondert und auseinanderhält, gar nicht denkbar. Um nun diesen Widerspruch zu lösen, stellten sie den folgenden Satz auf, den Main!uni für Worte ohne Sinn hält: ״Das Atom nimmt wohl keinen Raum ein, dennoch hat cs eine begrenzte Lage“ 5). — Diesen Satz aber finden wir, wie schon Munk darauf hinweist, fast wörtlich bei Leihnitz: Substantia ne mp 6 simplex, etsi non habeat in se extensionem, habet tarnen positionem, quae est fundamentuni extensionis (Epistolae ad P. des Bosses). Schon die hellenischen Atnmistcn hatten die Annahme vom leeren Raum als 11 othwendiges Cnrrelat ihres Systems erkannt. Denn ohne leeren Raum würde nichts in der Trennung bestehen können, sondern das Reale müsste Ein Ganzes, eine zusammenhängende Masse ausmachen. Auch beruht die Möglichkeit der Bewegung auf dem Dasein des leeren Raumes. Wäre der Raum ein erfüllter, dann könnte weder ein Entstehen noch ein Vergehen der Körper möglich sein, da die Atome sich ebensowenig zu einander als auseinander bewegen könnten. — Die Anhänger der aristotelischen Raumtheorie, nach welcher cs in der Natur nichts Leeres (to v,bvov) gibt6), waren daher auch immer Gegner der Atomistik7). °) More 1, 51: ((אלגוהר אלפרד לים הו סי מכאן למר. ישגל אלהיז העצם הסדרי אינו במקום אבל יטריד הגבול . Der neuhebräische Ausdruck יטריף in Beziehung auf den Raum findet sich auch Emunot we-Deot II, 9: ואלו הגשמים מטרידים המקומות, ferner in Gebirol’s Mekor Chajim v, 21: כשיטרידו מקום. •) in mundo non datur vaeuum; vgl. More II, 30: אין ריקות בעולם, 8. auch Jesode 11a-Tora III, 2 u, 10. — Als Curiosum merken wir hier an, dass ein älterer deutscher Autor, D. Rüdiger, Physica divina lib. I, cap. 8, sect. 4, die Annahme eines leeren Raumes auch aus dem Grunde bestreitet, weil eine solche Annahme eine Atheisterei in sich fasse, weil sie der Allgegenwart Gottes zuwider wäre. Da steht wohl der Ausspruch des Talmuds viel höher: המהי^ך בקומה זקופה אפי^ן ר׳ אמות כאלו רוחק רגלי שכינה כדכתיב מלא הארץ בבורו' (Berach. 43b). 7) Vgl. Cicero 1. c.: Quae (atorai) nullae sunt. Kihil est enim,

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