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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 9 · p. Seite 334

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 9
Article
Die Karäer in Galizien betreffend
Date
1863-01-01
Page
Seite 334 (sequence 6)
Language
German
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334 Die Karäer in Galizien betreffend. schaft, welcher die körperlich schwächeren Iftraitenwciher sich unterziehen, gezählt werden. Die Karaten tragen eine eigene Tracht, scheeren sich das Haupthaar und sind an ihrem Barte leicht kenntlich. Beinahe jede Familie hat ihr eigenes Haus sammt Garten; sie besitzen Felder und nehmen Grundstücke ip Pacht zur eigenen Bearbeitung, wobei sie von ihren Weihern und Kindern thütig unterstützt werden. Ausserdem befassen sie sich mit Handel (mit Vieh, Flachs, Leinwand und Wachs) und Fuhrwesen, eigentliche Gewerbe betreibei! sie jedoch nicht. Ihre Häuser in der Karuimer Gasse (Ilalicz), wo sich auch ihre Synagoge befindet, erhalten sie in gutem und reinlichem Zustande. Zu den bemerkenswerten Thatsachen über diese Secte gehört auch, dass in der kriminalistischen Chronik seit Erwerbung Galiziens noch kein Karaite als Verbrecher oder Gesetzesübertreter notirt erscheint. Von den bei der Volkszählung im Jahre 1857 vorhaudenen 40 Familien lebten 25 von Grund• und Hausbesitz und 5 von der Landwirtschaft allein. So wie sie den Feldbau betreiben, scheuen sie auch die scliwersten Arbeiten nicht, und es fanden sich damals unter den erwachsenen männlichen Individuen 10, welche Taglohnsdienste leisteten. Selbst in der Verehelichung weichen sie von den jftdischen Gewohnheiten ab; die Ehe wird bei den Männern nicht leicht vor dem 30ste11 und bei den Mädchen nicht vor dem 20sten Lebensjahre eingegangen. Daher bieten auch die Alters- und Civilstands-Verhältnisse dieses Volk* chens eine abnorme Erscheinung; es lebten nämlich im Jahre 1857 im Alter bis zu 6 Jahren 15 männl. 16 weibl, von 6- -14 (ל 13 ״ 16 י< מ 14- -24 רל 18 ״ 17 <׳ מ 24- -10 לל 27 ״ 19 יי יל 40- -60 לל 16 ״ 16 מ über 60 Jahre 6 יי 1 יי Von den 95 männlichen Individuen waren 53 ledigen Standes, 34 verheiratet und,8 verwitwet; von den 85

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