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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 9 · p. Seite 335

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 9
Article
Die Karäer in Galizien betreffend
Date
1863-01-01
Page
Seite 335 (sequence 7)
Language
German
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Die Kaiaer iu Galizien betreffend. 335 ־weiblichen Individuen 42 ledigen Standes, 34 verheirathet, 2 von ihren Galten getrennt und 7 verwittwct. Das wahr״ scheinliche Lebensalter berechnet sich auf kaum 23 Jahre. Aullallend und bezeichnend für die ungünstigen Lebens- Verhältnisse der Karailen ist die geringe Vertretung der höchsten Altersklasse (über GO Jahre), welche gegen die gewöhnlichen Verhältnisse beim weiblichen Geschlecht,6 am niedrigsten erscheint. In Europa kommen Karäer mir noch in Russland vor, wo sie ungefähr 5000 Seelen ausmachen und ihre grössten Gemeinden auf der Halbinsel Krim haben. Ihre wichtigsteil Wohnsitze daselbst sind Bakschi-Seray, Simpheropol, Theodosia, Karasu-Bazar5 Sebastopol und Perekop, mit mehr als 4000 Seelen; ausserhalb der Halbinsel im Gouvernement Cherson (Odessa, Nikolajcw und Cherson), in Volhynien (Luck mit 240 Seelen) und im Gouvernement Kowno (Torok und Poniewies mit 350 Seelen). Der Sitz ihrer Hauptsynagoge und ihres geistlichen Oberhauptes auf der Halbinsel Krim ist der in der nächsten Nähe von Bakschi-Seray, der alten Residenzstadt der tatarischen Chane, gelegene Stadttheil Czufut-Kale (deutsch, Judenbarg), welcher sowohl in örtlicher als in historischer Be- Ziehung zu den besonderen Merkwürdigkeiten des Landes gehört. A. Demidoff nennt in seiner Reise nach dem südlichen Russland Czufut-Kale eine ärmliche Nachahmung von Sion, eine auf die Spitze eines Felsens verwiesene Stadt für ein Volk, welchem die ganze Erde ein Exil ist, In einem Thale, Josephafc genannt, ist die Begräbnisstätte ihrer Todten, deren Gräber von uralten Eichen beschattet werden. Nach Balbi leben noch in Syrien (Damascus und Jerusalem), in Egypten (Alexandrien), in der Wüste Hit bei Bagdad und in Kuba am Kaukasus Karaiten, auch in Constantinopel sind sie vertreten. Dr. M. Wiener.

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