Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 13)
- Language
- German
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lii Speyer, aou Hierauf e1*licss der Rath ein Kdic.t, dass Niemand sich in die Judenhäuser begehen solle und liess, um dies zu verhüten, das Judcunpiartier schlossen; alsdann hielt er nach den von den Juden verborgenen Schätzen Nachforschungen und nahm, was gefunden wurde, in Verwahrung, Hei dieser Gelegenheit soll an Gold mul Silber eine sehr reielie Rente gemacht worden sein. Die von dem Rathe in die Judengasse /ur Aufsuchung des Judenguts geschieh len Knechte mussten vorher schwören, Alles, was sie linden würden, dem Käthe getreulich anznliefeni. Einer derselben jedoch, ein gewisser Kercher, Bürger zu Strass״ bürg, hatte mit Verletzung seines Kidcs einen Theil des aufgefundenen Gutes hei Seite gebracht und von dein («ekle 35 Klore nt. in er Gulden und 5 Schillinge einem speycrer Bürger, Namens Pluster, aut' halben Gewinn geliehen, das übrige Gut aber unter seinem Bettstroh versteckt. Nachdem dies ermittelt worden war, wurde. Kercher längere. Zeit auf dem Thurme zu »Speyer gefangen gehalten und Phistcr veranlasst, das empfangene Darlehn nebst Gewinn herauszugeben, worauf dieser dem Rathe, (52 Pfd. Heller auslieferte. Als aber später Kercher gegen Phister wegen des ihm gemachten Darichus Ansprüche erhob, denseihen sogar iu’s Gcfängniss ])ringen liess und die Drohung aussprach, auch andere speycrer Bürger an zu greifen und zu schiidigen, setzte der Rath zu Speyer den zu Strassburg von dieser Angelegenheit in Kcnntniss und ersuchte ihn, dies nach Kräften zu verhindern und den Phi ster freizulassen00). Die »Steine der abgebrochenen Häuser, der Grabstätten und der Mauern um den Begräbnis.splatz der Juden in Speyer wurden zil neuen Thürmeii und zur Ausbesserung und Erhöhung der .Stadtmauern, und die, gefundenen »Schätze zu dem Nutzen der Stadt verwendet0״). Die wenigen Juden, die damals aus‘Speyer und Worms entkamen, fanden Aufnahme in der Pfalz; unbekümmert um das Murren der Bürger, schützte sie Pfalzgraf Ruprecht I. in Ileidel- 89) Siehe das Detreßendo Schreiben des Käthes zu Speyer an den zu Strassburg vorn 26. October 1357 bei Königshoven: Strassburger Chronik edit. Schilter S. 1027. 90) Lehmanrfs Chronik S. 700. Im Stuatsiexicon von Itottek und Welker VII, 659 der zweiten Ausgabe wird angegeben, dass aus der bei den in Speyer ermordeten Juden gemachten Beute die Mittel zur Erbauung des dortigen Domes gewonnen wurden.