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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 8 · p. Seite 308

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 8
Article
Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
Date
1863-01-01
Page
Seite 308 (sequence 12)
Language
German
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:;08 Geschichte der Juden wurden sie nämlich nebst ihren Glaubensgenossen in Worms von Ludwig dem Baiern seinem Vetter, dein Pfalz״״rafen Ru]>- recht, um 2<Klo Mark Silber mit dem Zusätze versetzt, dass sic nur zugleich mit all dessen anderen Pfand schäften vom Reiche sollten wieder eingelöst werden können, und in einer zweiten Urkunde von demselben Tage gibt Ludwig dem genannten Pfalzgrafen alle Rechte, die er und das Reich auf die Juden zu Speyer und Worms bat, auf sechs Jahre und dann auf Widerruf'0*). Die bekannte Pest, welche unter dem Namen des schwarzen Todes von 1.T18—1J50 West- und Mitteleuropa verheerte, brachte über die jüdischen Gemeinden weit grösseres Unheil als die Ivrouzzüge. Der durch Pfaffen!rüg genährte Judenhass gab der Mord Inst, der Plmiderungssucht und dem Verlangen, sich von den Juden sehn Iden auf eine ebenso bequeme wie sichere Weise zu befreien, einen willkommenen Vorwand in der allgemein verbreiteten, von Judenfeinden erfundenen Behauptung, dass die Juden als Feinde der Christenheit durch Vergiftung der Flüsse und Brunnen die entsetzliche Epidemie erzeugt hatten. Uebcrall stürzte man sich auf die Wehrlosen, wwthete mit Feuer und Schwert ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht, rauhte und mordete oder spannte die Gefangenen auf die Folter, bis sie sich, um ihren unsäglichen Qualen durch einen gewissen haldigen Tod ein Ende zu machen, zu Allem bekannten, was man von Ihnen zu erpressen suchte. Auch die jüdischen Gemeinden am Rhein wurden damals schrecklich heim gesucht, und in Speyer versammelten sieh die meisten der vor Schrecken und Angst in Verzweigung gebrachten Juden iu ihren Wohnungen und steckten dieselben an. während andere von dem Pöbel am Sonnabend nach Epipliania Domini, d. i. am K>. Januar 1J49 oder am 20. Schcwat 5101) nach E. d. W., ermordet wurden. Damals fiel, wie das Emdcner Memorbuch berichtet, der Gesetzesichrer R. Eljakim. (.Siehe auch Landshuth, Ainude. haaboda, Zusätze S. LV.) Etliche Juden, welche aus der Feuersbrunst enthoben waren, wurden aufgefangen und gewaltsam getauft. Die Leichen lagen auf der Strasse umher, und da die Bürgerschaft fürchtete, es möchte durch dieselben die Luft verpestet werden, so lies« man sie in leere Weinfässer schlagen und in den Rhein werfen. *B) Siehe meine Regesten S. 47 Nr. 151 und 152.

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