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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 8 · p. Seite 302

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 8
Article
Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
Date
1863-01-01
Page
Seite 302 (sequence 6)
Language
German
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Geschichte der Juden Ju2 die speyerer Juden gleich ihren Glaubensgenossen in Strass׳• bürg, Kasel und Worms bedeutende Verluste erlitten. Aus dem zuletzt genannten Jahre ist uns ein gewisser Guinprecht aus Speyer, Burger zu 'Main/,, bekannt, welcher in letzter Stadt die Würde eines Ratliamts bekleidet hat75) und demnach in bedentendem Ansehen gestanden haben muss. Der folgende Bischof Gerhard, ein Herr von Khrenberg, war ein treuer Anhänger Ludwig des Baiorn und hatte sich in Folge dessen auch viellaeher Gunstbezeigungen von »Seiten des Kaisers zu erfreuen. Als er diesem im Jahre 1JJ7 vorstellte, unter welcher Sehuldemnasse seine Kirche seufze, gestattete ihm Ludwig zur Erleichterung derselben unter Anderem, sechs sesshafte Juden in Speyer zu haben, sei es von denen, die jetzt bereits dort sind oder die er erst dort sesshaft machen würde, und üherliess ihm dieselben urkundlich am 2, Juni, damit er sic bis auf Widerruf innehaben und ,.messen“ solle zu des Stiftes Frommen und Nutzen ™). Noch am lo. November desselben Jahres stellte Ludwig eine zweite Urkunde aus, in welcher er es billigte, dass Bischof Gerhard die Juden zu Landau und an״ derswo im lloehstifte, welche ihm vom Reiche überlassen waren, genossen, angegriffen und bekümmert hätte, da Solches auf sein Geheiss geschehen wäre, und gebot •dien Reichsgetreuen, denselben deshalb nicht anzusprechen. Gerhard war nämlich in dem genannten Jahre mit den »luden zu Landau, Lauter bürg, Deidesheim, Bruchsal, Waibstadt und Udenheim dahin übereingekommen, dass sie ihm für den »Schutz, die Bet -Steuer und Dienste jährlich 7M Pfund Heller gehen sollten; die Juden zu Speyer dagegen mussten ihm allein alle Jahre in den nächsten zehn Jahren 500 Pfd. Heller entrichten77). Als einen Beweis Der Erzbischof folgte indess hierin nur dem Beispiele des Papstes Benedict XII, welcher am l. März desselben Jahres den Bischof Otto von Wiirzbnrg, der seine Judenschulden eidlich anerkannt hatte, seines Schwures und die Bürgen ihrer Burgschaftsptlicht entband, und die Juden sogar zu exeonnnuniciren drohte, falls sie sich weigern würden, ihre Schuldbriefe auszuliefern und ihren Forderungen zu entsagen. Siche meine Regesten 8. 50, Nr. 176. 7ft) Siehe Schnnk, cotl. dip). S, 215, und Schaab, Dipl, Gesell, der Juden zu Mainz S. 72. 76) Siche meine Regesten S. 41, Nr. 115. 77) Daselbst S. 42, Nr. 120, und Rcmling a. a. 0. I, 601, der je״

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