Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 5)
- Language
- German
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in Speyer. HOI Passus: Fmich habe sich so sehr mit Schulden überladen, dass er sich nur noch vom Wucher der Juden und anderen unredliehen Mitteln tbrLheli’eT0). ln der zu dem 1 lochstifte Speyer ge hörenden Stadt Fsslinken, woselbst bereits im Jahre 1270 ein Jude lsaac ein Ilaus besuss« hatten die Juden einen drei Morgen grossen Rcgriümissplatz, auf dem sie ihre Todtcn ohne besondere Abgabe bestatteil konnten, aus dessen (»rosse aber zu scliliesscii ist, dass er nicht allein von den Juden in der Stadt, sondern auch von auswartigen benutzt wurde. Im Jahre 1327 erklärte der Bürgermeiste!•, Sehultlieiss und Rath der Stadt, dass, wenn die Juden künftig mehl׳ als drei Morgen, die ihnen zur freien Benutzung gestattet wären, kaufen sollten, der Rath davon keine Bet oder sonstige Abgabe au den ])omdeehanten und das (,apitel des Stil'- tes zu Speyer haben sollte, sondern dass sieh, die Juden an diese zu wenden hätten71)• Man wollte nämlich durch die wei׳ iere Ausdehnung des Begrabuissplatzes nicht auch die Befreiung von der (׳rundsteuer zugunsten auswärtiger Juden nusdeipien. Von dem Bisehof W a 1 ra m wissen wir, dass er bei den Juden sehr verschuldet war, so dass er, um den Forderungen dieser und anderer Gläubiger zu genügen, im Jahre 1330 gern*)« thigt war, im Fi n Verständnisse mit dem sp eye rer Domeapitel an die Wittwe seines!Neffen, des Grafen Friedrich von Veldenz und deren Kinder, die Burg Rietberg nebst mehreren Dörfern um BOX) Pfund Heller zu verkaufen7*). Aber auch auswärts batteil damals die Juden zu Speyer mancherlei Schulden ausstehen, so bei dem Grafen Ulrich von Wirte mb erg, dessen Schuld der Bischof Hermann von Wiirzburg bis zum Id. Februar 3221 mit 151X3 Pfund Heller zu tilgen versprach 7*)י wie auch hei den Bür-׳ gern von Mainz, welche die׳ Rückzahlung des (1apitals nebst Zinsen eidlich gelobt hatten, von dem Erzbischöfe Heinrich von Mainz aber aus erzbischöflicher Machtvollkommenheit von ihren Eiden am 8. April 1335 entbunden wurden74), so dass damals 7") Kernling, Gesell, d. Bischöfe von Speyer!, 581. 71) Siehe Mono a. a. 0. 3, 332 und 9, 275. 72) Renikng a. a. 0. I, 591. n) Sattler, Grafen L Beilage Nr. 83, u, Stalin, Wirtom. Gesell. HI, 199, Anm. 5. Tt) Die betreffende Urkunde steht in Gudenus cod. dipl. III, 289 f.