Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die Errichtung der hebr. Druckerei in Thiengen (in Schwaben)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 3)
- Language
- German
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als Hintersassen daselbst angenommen wurden, und versprechen demnach, auf S. Andreastag (30. Nov.), wenn die Bürgers teuer erhoben wird, 30 Gulden zu entrichten, wogegen ihnen vergönnt sei, ״für aiu hupt Vieh vnd nLt iner,“ den TJiienger Waidgang zu benutzen5). In den folgenden Jahren scheinen die Juden in״ dess daselbst zahlreicher geworden zu sein, und im Jahre 1059 hatten sie sich von den Grafen von Sulz, ohne dass der Landvogt und Landschreiber im Klettgau darum wusste, die Erlaubniss verschallt, daselbst eine Druckerei anlegcn zu dürfen. Kaum hatte jedoch der bisehöilich Constanzische Vogt zu Kaiserstuhl, Bernhart Seglsser, hiervon Kunde erhalten, als er sofort am 30. Sept. 1559 an den Cardinalhiseliof Mark Sittich berichtete, .,wie die Juden zu Thüengcn ain triiekerey auflriehten wellen;“ er sei glaubwürdig unterrichtet, wie die Grafen von Sulz hinter dem Landvogt und Landseh reib er im Klettgau den Juden zu Thiengen eine Druckerei zügelnssen und bewilligt haben, weshalb die guten armen Bürger zu Th. ganz unruhig und in grossen Sorgen wären, sie möchten dadurch zu verderblichem Schaden kommen. Da aber der Juden Druckerei in Sr. fi’irst liehen Gnaden Bisthume errichtet werden solle, was gemeiner Christenheit zu grossem Nachtheile, gereichen möchte, so will er dies aus schuldiger Piliclit S. f. (in. in ganz uiitertliäniger ]Meinung und im Geheimen berichtet haben. Der Bischof, ein Ndlc des Papstes Pius IV, welcher angeblich, um sieh Welt״ Kenntnisse zu erwerben und seine simplen rhätisehen Manieren gegen die diplomatische Gewandtheit vertauschen zu lernen, und auch in der Absicht, dass ihm der Kaiser irgend ein deutsches Bisthum verschallen möchte, einige Zeit an dem Hofe Kaiser Ferdinands 1. lebte, und fast gleichzeitig zum Fürstbischof von Costnitz gewählt und mit dem Cardinaishute geschmückt worden war, erwiderte hierauf dem Vogte von Merseburg aus am 31. October des gedachten Jahres, dass er dessen Bericht spät genug empfangen habe und in Folge desselben begehre, ihm ferneren ileissigen Bericht einzusenden. Er habe in dieser Angelegenheit von seinen Rathen und Anderen, welche in solchen Dingen erfahren sind, räthliches Bedenken begehrt und befunden, dass die Juden dieser Zeit bei der Röm. Kais. Majestät 6) Mono a. a. 0. 1861, 486.