Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 7 · p. Seite 262

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 7
Article
Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
Date
1863-01-01
Page
Seite 262 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829290-2829298-2859763--07822-2859807
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

262 Geschichte der Jaden feierlichen Zusicherung, welche Bischof Rüdiger und der Kaiser den Juden crtheilt hatte, handelte hei der blutigen Verfolgung, welche diese von den Wallbrüdern erlitten, ganz seinem Rechtsge fühle und seinem frommen Sinne entsprechend, er gewährte den Juden den kräftigsten Schutz und lioss sogar die wiithendsten Verfolger derselben ihren Blutdurst mit dem Lehen büsseil44). Naehdem auf diese Weise durch das menschliche Benehmen des Bischofs der grösste Theil der jüdiscdien Gemeinde zu Speyer von dem Untergange gerettet worden war, lebten die Mitglieder derselben nach dem Abzüge der lvrcuzzügler wahrscheinlieh ruhig und unangefochten bis zu dessen am 20. Oct. 1104 erfolgten Tode. Johannes starb, wie sein Vorgänger, wegen seiner Anhänglichkeit an den Kaiser, mit dem Kirchenbanne belegt. Unter dem kurzen Episeopate seines Nachfolgers geschieht der Juden keine Erwähnung, und auch der mit den speycrer Domherren von dem Bisehof Bruno gemachte und vom Kaiser Heinrich V. am 21). August 1114") bestätigte Tausch, wonach jene dem Bischöfe ihre Gefälle zu Oppenweiler gegen eine auf den Judenwohnungeni zu Speyer haftende Gülte von drei Pfund und fünf Schillingen üherlicssen, hatte auf die Lage der Juden 44) Böswillige, welche nicht glaubten, dass etwas Anderes als Eigennutz Mslssigung gegen die »luden einflössen könnte, suchten die Gerechtigkeit, welche der Bischof hier walten liess, zu verdächtigen und meinten, seine Strenge sei durch Bestechung von Seiten der Juden veranlasst worden. Siehe Lehmann a. a. O., Depping Gesch. der Juden im Mittelalter 113 und Pcrtz mon. Germ. 7, 460. Allein dies ist nichts als Verleumdung, denn Johannes war reich und brauchte der Juden Geld nicht (M°ne 9, 265) und ausserdem würde, wenn die Kettung der letzteren durch Bestechung erfolgt wäre, dies 11. Elieser heu Natan sicher ebensowenig verschwiegen haben, wie es R. Ephraim aus Bonn bei der Erzählung von der Rettung des R. Jacob Tarn durch einen Fürsten im zweiten Kreuzzuge und sonst gethan hat. Siehe mein Emek habb. hebr. Beilagen S. 2, 5 und 12. ־") Vgl. meine Regesten S. 3, Kr. 12, wo jedoch 1114 statt 1113 gelesen werden muss. Diese Bestätigungs-Urkunde ist noch abgearuckt in Dümge’s reg. Badensia p. 121 u. Remling Urkundenbuch zur Gesch. der Bischöfe von Lp. 1*8?. Mit Unrecht gibt jedoch letzterer in seiner Gesch. d. B. v. Lp. I, 353 den 1. Lept. als Datum für diese Urkunde an, da dieselbe 111. KL Septembris ausgestellt ist, was dem 29. Aug. entspricht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.