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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 7 · p. Seite 261

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 7
Article
Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
Date
1863-01-01
Page
Seite 261 (sequence 7)
Language
German
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in Speyer. 261 die Entscheidung; nur in sehr schwierigem Fällen soll der Hecurs an den Bischof genommen werden41). Indess wie bündig und kräftig auch die von dem Bisehufe Rüdiger und dem Kaiser Heinrich den Juden erthcilten Privilegien abgefasst waren, so vermochten sie doch schon im Jahre 1096 nicht, die letzteren zu schützen, als die zügellose Kutte der Kreuzfahrer sich auf die wehrlosen Juden in den Hh ein Städten stürtzte und Tod und Verderben über sie brachte. Unter diesen waren die Juden zu Speyer die ersten42), welche von dem. schrecklichen Loose betroffen wurden, von jenen ruhen Horden angegriffen zu werden. Die Juden wehrten sieh tapfer. Nachdem aber bereits zehn von ihnen gefallen waren45), darunter eine Frau, die den Muth hatte, sich selber zu schlachten, nahmen sie, der Uebermacht weichend, die Flucht und begaben sieh thcils in die Königspfalz, tlieils in den bei dein Dome, gelegenen Hof des Bischofs Johannes I., eines Nellen des Kaisers, welchem dieser nach Rüdigers Tode den Krummstab von Speyer überreicht hatte und der auch, gleich seinem Vorgänger, human gegen die Juden gesinnt war. Johannes, eingedenk der 4M Nach Senckenberg (vgl. meine Regesten S. 2, Nr. 8) übertrug Heinrich IV, dem Bischöfe von »Speyer auch die Jurisdiction über die Juden, und wir wissen nicht, ob in Beziehung auf unsere Urkunde hiermit Bischof Rüdiger oder dessen Nachfolger Johannes 1. gemeint ist. 42) Nicht die zu Cöln, wie noch Kernling a. a. O, I, 3*23 nach Albertus Aquensis angibt. Das Gemetzel in Speyer fand nämlich am Sabbat den 3. Mai statt, das zu Cöln dagegen erst am 29. Mai. Vgl. mein Ernek habbacha 8. 9 ff. und Griitz VI, 426. Im zweiten Kreuzzuge jedoch begann die Raserei der Krcuzziigler in Cöln und nahm eine der des ersten Kreuzzuges entgegengesetzte Richtung. Landshut a. a. O. 6. l()d wundert sich, dass R. Jacob 1). Isaac halevi aus Speyer ..in seinem Klageliede für den 9. Ab den Ausdruck braucht ביום הראשין הוכפלו הצרות und gibt diesen Worten eine eigcnthümliche Deutung. Es beziehen sich dieselben aber auf das Gemetzel in Worms, welches zweimal an einem Sonntage, nämlich am 18. und 25. Hai (vgl. mein Emek hab. S. 9) stattfand, und der Verf. beschränkte sich nicht darauf, nur die Leiden seiner Gemeinde zu berichten, wie ja auch R. Kalomrmos ben Jehuda in dem Klageliede מי יתן ראשי כדם alle drei Rheingemeinden Speyer, Worms und Mainz berücksichtigt. Siehe Lehmann’s Chronik S. 415 und mein Emek habbacha S. 9. Bei Schaab (Diplomat. Gesch, der Juden zu Mainz S, 14, Z. 22) ist statt eine Stund abgelaufen, einen Rang abgelaufen zu lesen.

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