Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension] / -a-
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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238 Recensionen und Anzeigen, Wir erlauben uns nun einige Bemerkungen. Der Herr Verfasse!*, der durch seine tiefeingehende Kcnntniss des Arabischen, des Cornns und seiner Coinmcntutorcn wahrsclieinlich nicht Müsse fand, sich auf den sprachvervvandten Gebieten zu orientiren, hat für manches Wort eine unrichtige Etymologie versucht oder sic in Ungewissheit gelassen, während die hehräisehe und aramäische Sprache den Aufschluss gehen. So sagt erl.Th. S.29: ״das Wort für Kirche ist im Arabischen kanysa, welches aus dem Griechischen abgeleitet ist." Aber kanysa gehört der Radix כנס Ps• 83, 7, im Aram, כנס ל כנש an, und ist das aram. ,כנסיך auch כנשחא Versammlung, daher das Gotteshaus בית הכנסת לבי כנשתא• — Takwa 2. Th. S. 454 Anmerk, dürfte auf das hehr. ,תקיף Rad. ״ ק ן ףHoffnung" zurück Zufuhren sein. קיף אף ף׳ ist der Ausdruck innigster Frömmigkeit und Hingebung, vgl. Ps, 27, 14. 40, 2 11. sonst; und daher der häufig im Coran vorkommende Ausdruck ittaku Al!aha: fürchtet Gott, eigentlich hoffet auf Gott, und C. 9, 100 die Moschee der takwa, — Das. S. 458 Anmerk. Imam dürfte auf das hehr. אוכלן Esther 2, 7, jedenfalls auf die Rad. אכלן vgl. 8pr. 28, 20 איש אבלוגלת, überhaupt לאכלונף zurüekzulühren sein. — 8. 508 Amu. scheint hei der Etymologie des Wortes Eden Genes. 18, 12 ערנף nicht berücksichtigt worden zu sein, — Zu der unsinnigen Sage von Muses mit seinem Burschen und dem Fisch scheint die Beneninnig Josua ben Nun, des Burschen Mos 18, Veranlassung gegeheu zu haben. כינא ist im Aram. Fisch. •— Herr Spr. hält den I)zu-Ikan1ayn nach Redslob für Alexander den Grossen; Beer hat jedoch im 0. Band der D. morgenl. Zeitschi*, (vgl. auch diese Monatsschrift vor. Jahrg. 8. 414) schlagend nachgewiesen, dass unter Dzu-Lkarnayn der ״Messias Sohn Josephs“ zu verstehen sei. Noch gestatten wir uns die Bemerkung, der Herr Verfasser hat sich Allgemeinfasslichkeit zum Ziele gesetzt und will, wie er im ersten Theile sagt, dass sein Werk auch von Jungtrauen gelesen werde. Ob dieses durch die hierdurch beigeführte Breite gewonnen, dürfte sehr־ zu bezweifeln sein; der Forscher fühlt sieh durch sie im Gange der Forschung gehemmt, und der gebildete Leser fühlt sich bald ermüdet, da überdies auf die Diction und die dem ästhetischen Geschmackc zusagende Stylisirung zu wenig Sorgfalt verwendet wurde.