Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Dr. Gabriel Riesser
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 10)
- Language
- German
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224 Dr. Gabriel Riesscr. liebsten Argumente gegen die Emancipation der Juden vorzubringen. In einer aus dem Sophronizou besonders abgedruckten Flugschrift, ״Die jüdische Nationalabsonderung nach Ursprung, Folgen und Besserungsmitteln,״ setzte Paulus alle Hebel gegen die bürgerliche Gleichstellung der Juden in Bewegung; er machte geltend, dass Christen nicht von Juden regiert werden dürfen, hob hervor die Nationalität der Juden, die nach eigenen Gesetzen 16ben, ihre vorherrschende Neigung zu Schacher und Handel u. 8. w. Gegen R.’s Ansicht, der Staat fordere durch seine Ausnahmsgesetze zur Heuchelei auf, wendet er ein, sie beruhe auf dem Missverständnisse, die Taufe weihe zu irgend einer Kirchenmeinung und nicht rein zum Christenthume überhaupt. (Ganz der Hohlheit dieses kirchlieben Rationalismus entsprechend!') Die Besserungsmittel erblickt Paulus in der Lossagung der Juden von der Besclmeidung und ihren Vorurtheilen, besonders von den Rabbinen und ihren Lehren Riesscr beeilte sich, den religiösen Heilkünstler in seiner ganzen Nacktheit und der Verwerflichkeit seiner Gesinnung darzustellen. Noch im Jahre 1831 erschien seine ״Vertheidigung der bürgerlichen Gleichstellung der Juden gegen die Einwürfe des Herrn Dr. J. E. G. Paulus.“ R. bezeichnet mit der ihm eigenen Klarheit den Standpunkt des Gegners, jeder Satz ist ein wuchtiger Keil, die Widerlegung den Gegner zermalmend; es spricht der edle Zorn über die elende, schale Sophistik, die an das Höchste sich wagt, und wie sie selbst 110hl, Hohlheit verlangt, und sie zur Bedingung der Ge- Währung des dem Menschen gehörenden Rechts macht. Es ־wird hier mit überzeugender Kraft und mit einer seitenen Fülle durchdachter Wahrheiten für die Sache der Juden gestritten; wir lieben folgende Stelle heraus. ״Herr Dr. Paulus ist der Meinung, die Gesetze über die Beschneidung, den Sabbat und die Speisenverbote sind schon bei Moses etwas rein Politisches gewesen, ein Ausfluss rein rationaler Gesinnung, die der Religion ganz fremd war. Der geschichtliche Standpunkt, der dahin führt, den Ceremonialgcsetzen eine politische Natur unterzulegen, ist der, dass Moses sieh der Lehre Abraham’s von dem Einen Gotte, der Himmel und