Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Rabbiner Samson Wolf Rosenfeld
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 9)
- Language
- German
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Samson Wolf Roscnfeld. 209 sen des Reiches angeordnet und cinberufen werde, bestehend aus 30—40 verständigen und in gutem Rufe ste- Iiendeu Israeliten, worunter wenigstens sieben oder der fünfte Tlieil des Ausschusses brauchbare Rabbiner seien; und ihm seien ein oder zwei königl. Cummissüre zur Leitung beigegeben.“ Wir haben diese erste öffentliche Schrift für Emancipation von Seiten eines Rabbiners ausführlicher besprodien, um aus ihr den Geist und die Darstellungsweisc ihres Verf. kumlzuthun, — Zu gleicher Zeit trat Rosenfeld mit einer zweiten Schrift in die Oeffentlichkcit, die mit grösserer Schärfe gegen die Vorwürfe auftrat, die der geliässige Rrotneid gegen die Juden ,erhob. Sie war ebenfalls an die baicrisehe Ständcversanimlung gerichtet und führte die ausführlichere Aufschrift: ״Beleuchtung der von dem Bürgermeister und Ritter Herrn v. Utzschneider und vielen anderen Kaulleuteu bestätigten Anträge in Betreff des Iltuisir- und sogenannten unberechtigten Handels der Juden; von einem Menschenfreunde im Namen vieler Hausirer; mit dem Motto: Oeffne deinen Mund für den Spruchlosen. München 1819." — In dieser Schrift widerlegt der Verf. die dem Hausirhandel angedichteten Vorwürfe und beleuchtet auch die allgemeinen Vortlieile desselben. Beide Schriften wurden den Mitgliedern des Landtags sowie des Ministeriums überreicht. Rosenfeld hatte die Befriedigung, dass seine Schrift überall und selbst an hochster Stelle mit der grössten Anerkennung aufgenommen wurde, und der damals in Baiern allmächtige Minister Graf Montgelas äusserte gegen Rosenfeld, welcher persönlich dem Minister die Angelegenheit der Juden an's Herz legte, die schmeichelhaften Worte: ״Herr Rabbiner! wenn ich gewusst hätte, dass Baiern solche Männer, wie Sie besitzt, dann wäre das Gesetz von 1813 anders ausgefallen!“*) ״ *) Freilich machte sich der Minister damit selbst ein schlechtes Compliment, da er ohne Kehhtmss der Sachlage Gesetze für einen grossen Thcil des Volkes gab, die statt die Lage desselben au vorbessern, dieselbe in mancherlei Beziehung verschlimmerten; — ein