Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Rabbiner Samson Wolf Rosenfeld
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 8)
- Language
- German
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2(8 Samson Wolf lioscnfcld. ähnlich. Sic ist für alles Edlere und Bessere empfänglich, wenn sie mit der gehörigen Sorgfalt behandelt und der Druck beseitigt wird.“ Nachdem nun der Verfasser in sehr gemessener Sprache die den Juden gemachten Vorwürfe, dass sie allzufest an dem Handel kleben und ihre Sühne nicht lieber Handwerke lernen lassen wollen, widerlegt, überhaupt der Handel nicht mehr der schmutzige, entwürdigende Trödel- oder Schacherhandel sei, sondern sich zum regelmässigen kaufmännischen und ausgebreiteten Geschäfte emporgeschwangen, ״der auch vom Auslande vielen Nutzen in’s Vaterland bringt;“ geht derselbe auf folgende sehr be* 8ehe!denen Wünsche ein, deren Erfüllung er von der Stiindeversammlung, welcher ״kein Vertreter aus ihrer (der Juden) Mitte beizuwohnen das Glück hat, und daher als unverschuldet abwesende Partei verdient, dass ihre Sache mit Schonung behandelt werde,“ mehr erbittet als erwartet; 1״. Wenn auch nicht die Einräumung der vollen Bürgerrechte, doch wenigstens die Einräumung jener, deren Entziehung ihn der Verachtung, dem Spotte und dem Hohne preisgeben, und der Veredlung sowohl, als der nützlichen Wirksamkeit im Wege stehen. Die Grenze der Scheidung diescr Rechte dürfte leicht zu linden sein. Sodann 2. widme man seiner Religion mehr Achtung und Aufmerksamkeit; denn immer bleibt diese, echt gelehrt, die mächtigste Stütze selbst der geselligen und bürgerlichen Tugenden. Endlich aber 3. handhabe man das bereits begonnene Werk der bürgerlichen Bildung und Erziehung, und setze es in Verbindung mit einem geregelten Religionsunter־ richte; denn dieser kann und darf durchaus nicht übersehen werden, wenn der Bürger gebildet werden soll. Nach Vollendung dieser Grundlage, also nach dem Austritt aus der Schule, beginne man mit der Ausbildung der Thatkräfte und leite sie mit dein Stabe der Milde zu nützlichem Zielen.“ Zur Ausführung dieser Wünsche schlägt der Verf. vor, die Ständeversammlung möge bei der Regierung dahin wirken, ״dass ein Ausschuss von Israeliten aus allen Krei-