Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Rabbiner Samson Wolf Rosenfeld
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Snmson Wolf Roscnfeld. 20J gencn Aufblick gewährt. Die Mutter, eine Enkelin des als Verfassers der Responsen פרדס דור nicht unbekannten Rabbiners R, David in Bayersdorf, war eine kluge und sehr fromme Frau, die ihren ganzen Stolz in ihre wohlgerathenen Kinder (deren sie zehn hatte) setzte. ״Schon frühzeitig entwickelte S a rn8on W olf ausgezeichneten Verstand und einen nicht zu hemmenden Trieb nach Wissen. Mit seinem, l'.b Jahre besuchte er die damals noch in voller Blülhe stehende Jeschi ha in Fürth, und machte sein* rasch gute Fortschritte; dabei befreundete er sich bald mit den relighmsphilosophisehon Schriften des Maimonides (dessen More ihn noch bis in sein Alter beschäftigte), Jehuda Halewi, Albo, Rach ja. Aber über Alles stand ihm die Kenntniss der heil. Schrift, die er fast auswendig wusste, und deren Cummentare er, 80weit sie ihm zugänglich waren, studirtc; daran bildete er seinen hebräischen Styl, den er meisterhaft handhabte, während er jenes Mixtum compositum nicht liebte, das um jene Zeit als rabbinische Schreibweise galt, wo Bibelstellen oft doppeldeutig mit rabbinisrheu ebenso doppoldentigen Aussprüchen durchllochten waren. Ueberhaupt Leigte er schon von früher Jugend, dass ihm Klarheit des Verstandes und klares Verstündniss des Studiums, dem er sich widmete, über Alles ging; daher war er bis in sein Alter ein abgesagter Feind jener in Geistesblitzen, und Witzen lierumliüpfcnden und hermnhaschemkm Dialektik, die in früherer Zeit auf manchen Jeschibot sich breit machte. Nur wo li. Verstand und Wärme fand, da schloss er sich mit voller Seele an. R. blieb bis in sein 19. Jahr in Furth; dann kehrte er in das väterliche Ilaus zurück, und ohne damals die Absicht zu haben, ein rabbinisches Amt bekleiden zu wollen, blieb er den Wissen■׳ schäften treu. Deutsch und die gewöhnlichen Elementar- Wissenschaften hatte er schon in seiner Kindheit gelernt; jetzt aber, einer sorglos freien Jugend hingegeben, defreundete er sich bei fortgesetztem eifrigen Talmudstu״ dium mit den humanen Wissenschaften, und Mendelssohn ward auch ihm, wie ja so vielen Hunderten, Lehrer und Führer. Mendelssolm’s Schriften zogen ihn am inei- 16•