Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension] / -a-
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829290-2829296--07721-2859677- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
106 Recensionen and Anzeigen. ohne Schutz ihren Zorn zu fühlen, sie quälten, marterten sie auf die schrecklichste Weise (8. 119—122). Doch auch Mohammad blieb nicht verschont, und wenn sie ihm auch nicht mit leiblidien Strafen beikommen wollten oder konnten, so versuchten sie dennoch seinem Trotze und Widerstande dadurch die Spitze abzubrechen, dass sie ihn und seine Familie in die Acht erklärten. Die Aechtung, welche vom Herbste 617 bis zum Herbst 619 dauerte, scheint darin bestanden zu haben, dass sich die Korayschiten durch ein schriftliches Document unter einander verpflichteten, mit den Haschimiten — dieser Familie gehörte Mohammad an — keine Ehen einzugehen, mit ihnen keine Handelsgeschäfte zu treiben und ihnen den Schutz zu versagen (S. 123 bis 128). Mohammad rietli nun wiederum seinen Anhängern, nach Abessynien auszuwandern, wo sie jetzt mit vieler Zuvorkommenheit aufgenommen wurden. Ais im Jahre 619 die Acht - aufgehoben war, kehrten auch seine zum zweiten Male ausgewandelten Anhänger in ihr Vaterland zurück, und es wurde später als ein Verdienst betrachtet und diente als Beweis echter Glaubenstreue, an beiden Auswanderungen theilgenommen zu haben (S. 128—155). Wir übergehen den Anhang, der dem X. Cap. beigefügt ist und wenden uns dem XI, Cap. zu. Hier deckt Spr. die Spuren auf, welche auf eine Entlehnung vom Christentlmme hinweisen. Verfasser stellt die allerdings sonderbare Behauptung auf, Mohammad habe einerseits aus Dankbarkeit(?) gegen den abessynischen König für seinen den Moslimen gewährten Schutz und Beistand, andererseits aus politischer Einsicht, dass solch ein Verbündeter wie der Naggaschy ihm von grossem Vortheile und Nutzen in der Verbreitung seiner neuen Lehre sein würde, Vie- 168 aus dem Christcnthuine übernommen״, Sura 56, 13 u. 18 lässt er sogar aus Dankbarkeit die Christen haufenweise in das Paradics einrücken. Ob Mohammad wirklich genaue Kenntnis« vom Christenthuine gehabt habe, möchte Verf. bezweifeln, da ,,für einen Träumer wie Mob. es nichts Ungeniessbareres gebe, als Thatsachcn/* Seine aus Abessynien zurückgekehrten. Jünger mochten dort wohl Besprechungen mit Christen über Religion gehabt haben, die ihm nach ihrer Rückkehr vielleicht mandies mittheilten, wodurch sein Ideenkreis erweitert wurde. Sura 19 soll er zur Erbauung für den Naggaschy verfasst haben