Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Reeensionen und Anzeigen. 187 Muster, ohne von ihm ubertroffen zu werden., — Dass Raschba mit Selbstbewusstsein auf diese Arbeit bückte und seinen gelehrten Gegner R. Ahroii Halevi (Herr P. nennt diesen einen ״tüchtigen Tahnudisten,“ ein etwas sonderbarer Ausdruck für H. A. Hai.), der gegen den ח״ה mit liinwürfen hervortrat, mit niituntcr an Bitterkeit grenzender Gereiztheit zurück wies, ist nicht befremdend; befremdend aber, dass Herr P. ohne Molivirung dem Ahron Halevi ״Eifersüchtelei״ nmputirt und ausser Acht lässt, dass R. Serachja Halevi in derselben Weise gegen den Alfasi verfuhr, ohne dass dessen Gegner, der Rainban, je darauf verfiel, ihm Eifersüchtelei vorzuwerfen. Weil R. Ahr. Hai. mehr als tüchtiger Tahnudist, weil er einer der ausgczcichuetesten Gelehrten war, und weil die grossen Männer jener Zeit von wahrer Religiosität geleitet wurden, darum fülil-tc sich R. Ahr. llal. gedrungen, die in seinen Augen fehlerhaften Stellen des nonnirenden ,ח״ך aufzudecken, und er kränkelte so wenig an Eifersüchtelei, wie der ראב״ף dem רמב״ם gegenüber. Dass Herr P. uns nicht mit dem Geiste der Commentarien des Raschba bekannt macht, trägt seine Rechtfertigung in sich, da dem mit diesen Commentarien nicht vertrauten Leser auch von fern ein klares Bild nicht gegeben werden kann. Hingegen vermissen wir nur ungern das nähere Eingehen auf die Responsen des Raschba. Herr P. verbreitet sich in anzuerkennender Weise nach der formalen Seite, berichtet über die Anfragenden und aus welchen Ländern die Anfragen kamen; aber noch mehr hätte müssen dem Realistischen, das in neuerer Zeit ein geisttödtender Formalismus zu überwuchern drohet, Rechnung ge• tragen, und mancher wichtige Fall und wie in ihm die Gelehr• samkeLt und die Geistesschärfe des respondirenden Raschba hervortritt, mitgetheilt werden. Freilich ist die Wiedergabe in deutscher Sprache sehr schwierig, und nicht minder schwierig, den an den talmudischen Quellen sich hinwindenden ideengang fasslich darzustellen; und dennoch gibt es auch hier manchen Stoff, der unter der Hand des geschickten Büdners an Sprödigkeit verliert, und dessen Behandlung den in den Responsen waltenden Geist wenigstens ahnen lässt. Wir hoffen, Herrn P. bald auf ähnlichem Gebiete zu begegnen, und er wird uns gewiss reichen Ersatz für das hier Vermisste geben, Herr P. hat sieb noch ein Verdienst durch seine Schrift er-