Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Was hat den Aristotelismus in der jüd. Religionsphilosophie des Mittelalters so populär gemacht?
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2829132-2829290-2829295-2859518--07623-2859575- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Religionsphilosopl סנן dos Mittelalters. 141 .Sterne belebte, intelligente Wesen mul viel höherer Natur als der Mensel! (Jesode ha-Tora III, 1>; More 1, f>l); II, 4 u. ö; LII, 1-t). — ,bl, während Saadia den PsnluivcTs: ״Die Himmel erzählen die Kliro Gottes“ im metaphorischen Sinne (als לסאן איחאל) nimmt, so will dies Maimuni in ganz, buchstäblichem Sinne verstellen. Aristoteles rechnet begünstigende irdische Verhältnisse, als Gesundheit, Kliro, Macht, Schönheit, Keichthum, Freunde, ja sogar vornehme Geburt und wohlgorathene Kinder, zur Vorstufe menschlicher Glückseligkeit, denn ohne sociale Stellung, und Besitz lasse sich sehr oft die Tugend nicht durchführen und das Gute nicht verwirklichen. — Wir halten dies nicht lur übereinstimmend mit der jüdischen Ansicht, da das Judrnthutn im Gegcnthcil lehret, der Mensch müsse, stärker als sein äusseres Geschick, diesem auf sein inneres moralisches Leben durchaus keinen Kinlluss zukommen lassen, ja, nach dem Talmud werden irdische Leiden sogar als ein Beförderungsmittel menschlicher Veredlung angesehen, Yergk z. B. Chagiga bb: ייאי עגיותא ־1׳-י11» ליהודאי UiTachot, 5-1: —;בל שרק״ברה הפץ בו מדכאל ג׳ מתנות טובות -;נאמר ברית במ־ה ונאמר ברית ביפורין ובו׳ ״ .« נתנו לישראל ובלם ע״י יסורין!. Maimuni jedoch acceptirt die aristotelische Ansicht und gestaltct seine Auferstehungstheorie danach. Die Auferstehung sei nöthig für jene ausgezeichneten Naturen, die, früher unter ungünstigen Verhältnissen lebend, ihre geistigen Fähigkeiten nicht genug entwickeln konnten; sie müssen daher ein zweites Mal in das irdische Lehen zurück kehren, um unter günstigeren Verhältnissen ihre geistige und sittliche Keife zu erlangen (Mischua-Comment. Clielek. Ikkar. IV, ho). Wir haben bereits oben davon gesprochen, dass auch Artstoteles von einer Unsterblichkeit des Mensehcngeistes aus drücklieh redet (S. de Anima 111, cap. 5). Allein wie weit al> steht die aristotelische Unsterblichkeit von der im Judenthume re eipirteni Von einer wahrhaft persönliehen Fortdauer, wie sie das Judentliuin sich denkt, kann bei Aristoteles fast gar nicht die Iiede sein. Aristoteles nämlich unterscheidet im menschlichen Geiste zwei Factorcn: den thlitigen und den leidenden Verstand. Der erstere (vov$ 710171x1*6$) ist das rein theoretische Vermögen,