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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 4 · p. Seite 140

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 4
Article
Was hat den Aristotelismus in der jüd. Religionsphilosophie des Mittelalters so populär gemacht?
Date
1863-01-01
Page
Seite 140 (sequence 11)
Language
German
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140 I)cr Aristutelisnms iu der jiid. sehe Erkenntniss werde die geistige Anlage des Menschen zur positiven Realität entwickelt und nur dadurch der Unsterblichkeit theilhaft. Als Maimuni die ..acht Abschnitte•‘ schrieb, war er lernender Jüngling, er hatte eben damals in die aristotelisehen Forschungen sieh vertieft. Den ersten dieser acht Abschnitte schliesst er mit den Worten: .,Wisse, dass die Seele als der Stell' und die Vernunft als ihre Form zu betrachten sei. Gelangt nun die Seele nicht zu dieser Form, dann ist die Hxistenz der ihr verliehenen Anlagen eine vergebliche״ Und dies ist der Sinn der Schriltwurte: בלא רעת נפש לא ט%ב II) י,eine Seele, die nicht zur Erkenntniss gelangt, ist nicht gut.“ — Was hier der Jüngling Maimonides schrieb, das bestätigt der Mann im Misch na Thora (liilchot Tesclniba VIII, 3}; das wiederholt er noch ausdrücklicher im More 111, 27 und 54, wo er hervorhebt, dass die Tugend, die sittliche Vollendung nur die Vorstufe sei, um zu dem weit höheren Ziele, das dem Menschen gesteckt ist, nämlich geistige Vollendung, intelleetucllc Erkenntniss, zu gelangen, und dass nur diese allein es ist, nicht gute Sitten und T baten, was den Menschen der Unsterblichkeit theiihaiug macht (שוד. השלכות האחרון אין בו מעשים ולא כרית אמנם הוא דעוה לבד'/)• noch als lebensmüder Greis schliesst er seinen bekannten Brief an die Gemeinde zu Marseille mit den Worten: ״Ich rathe euch, pilanzet. den Baum der Erkenntniss und geniesset seine Früchte, dann werdet ihr des ewigen Lebens theilhaft werden.“ Dass der Mensch das vorzüglichste Geschöpf Gottes, gleichsam der König der Schöpfung sei, ist ein Gedanke, der das talinudische und selbst das biblische Judenthum durchzieht -- ja sogar den Gestirnen gegenüber wird der Vorzug des Mensehen geltend gemacht. Dies scheint als Ps. 8 hervorzugehen. Der Midrasch rabba Genesis sagt hierüber: עקם של אדם NDN הראשון מכהה גלגל המה (,)der Fussballen des ersten Menschen verdunkelte den .Sonnenbad“)• Anders jedoch denkt hierüber Aristoteles. Ihm ist das Weltganze ein Organismus, dessen stufenm'ässige Gliederung in den Gestirnen gipfelt. Diese sind daher weit göttlicherer Natur als der Mensch, denn sie stehen dem ersten Beweger am nächsten und rollen in ewig unveränderlicher Bewegung ihre Kreise. — Maimuni folgt hier jedocli wiederum lieber dem Aristoteles. Auch ihm sind die

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