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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 4 · p. Seite 139

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 4
Article
Was hat den Aristotelismus in der jüd. Religionsphilosophie des Mittelalters so populär gemacht?
Date
1863-01-01
Page
Seite 139 (sequence 10)
Language
German
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Rcligiunsphilosophie des Mittelalters. 139 telische Definition, nach welcher Gott weiter nichts time, als sieh selber denke, sonach mit seiner Thätigkeit ausserhalb der materiellen Welt stehe, mit jener anderen aristotelischen Definition * welche Gott als .,ersten Beweger“־ bezeichnet, in Einklang zu!)ringen — wie will man nun erst eine solche Definition mit dem Gott, wie ihn das .hidenthum lehrt, in Kinkhmg!»ringen! Doch sehen wir weiter. Wie Aristoteles seinen Gott mir in der Form des Denkens t!tätig und glücklich sein lässt, so auch lässt er den Mensehengeist nur von Seiten seines thätigen Verstandes־ mit Gott eins sein und eins werden. Gott als der höchste Gedanke kann auch nur durch den Gedanken erfasst werden. und zwar durch das Denken in der höchsten mul intensivsteu Gestalt. Nur der philosophische Gedanke ist es, welcher das Göttliche, das der Mensch in sieh trägt, zur vollen Entfaltung bringt. Allein dieses ist natürlich nur einem sehr kleinen Thcilc der Menschheit möglich, nämlich dem philosophiscli gebildeten. Wie antijüdiseh solch eine Anschauung ist, weiss wohl deder, der nur einigormassen das dudenthum kennt, da dies vorzugsweisc eine Religion der That, nicht die eines beschau־ liehen, theoretischen Denkens ist. ,לא המדרש עיקר אלא המעשר. I)cr philnsopliirende Kohcleth konnte seinem Buche nur dadurch ein jüdisches Gepräge gehen, dass er mit den Worten schloss: סיף דבר הכי־! נשמע את האלהים ירא ואח מצוהר שמור כי זד. כל הארס.(' Und trotzdem hat auch Maiamni die aristotelische Anschauung ganz zu der sinnigen gemacht, und zwar hatte dieselbe so tief in sein System sich (,ingelebt, dass sie in allen seinen Sehriflen, die er in den verschiedensten Lebensaltern. als .Jüngling, Mann and Greis verfasste, wiederkchrt: Nur der denkende Menscli könne sich mit Gott vereinigen; nur durch philosophil) Höchst geistreich wendet der in der ersten Hälfte des 17. Jahr* lmnderts blühende berühmte Homiletiker Asaria Figo (2ב%יה לערי Derascha 36) die Worte כי זה כל האדב gegen die aristotelische Ansicht, dass man nur durch philosophische Erkenn-lniss der höchsten Seligkeit thcilhaft werden könne, was also nur einem sehr kleinen Theile der Menschheit möglich wäre. Jedoch ״Gott fürchten und seine Gebote halten“ □״ — כי זה כל האדdies können alle Menschen.“ 11•

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