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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 4 · p. Seite 137

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 4
Article
Was hat den Aristotelismus in der jüd. Religionsphilosophie des Mittelalters so populär gemacht?
Date
1863-01-01
Page
Seite 137 (sequence 8)
Language
German
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Reiigionsphilosophie des Mittelalters. •137 folgenden Abschnitten wird jedoch das Verhältniss Gottes zut Welt besprochen, und zwar Ab sclin. 69 wird Gott als Urgrund und leitende Ordnung der Welt, Abschn. 70 seine Ausserwelfclichkeifc gezeigt- Nur zwei Momente sind es, welche die mittelalterliche jüdisclie Reiigionsphilosophie zain Kampfe gegen den Aristotelis* inus herausforderten. Das eine ist die Vorsehungstheorie des Aristoteles1) (s. de Mundo VI, und dagegen More III, 17)5 das andere seine S chöpfungst heoTie, nach welcher keine zeitliche Schöpfung anzunehmen ist, und ebenso auch keine Zeit, in welcher der erste Beweger nicht bewegt hätte. Die- Welt ist nach Aristoteles ewig wie Gott selber, und ebenso ist die Zeit, als"Zahl und Mas8 der Bewegung, ewig und unenfcstanden. Allein die Verehrung gegen den Stagiriten hatte sich schon zu sehr der Herzen bemächtigt, als dass man selbst in dieser letzteren Tlieorie, obschoii einen Cardinalpunkt des Judenthums berührend, ganz den Stab über ihn gebrochen hätte. Man suchte ihn im Gegentheii dadurch in Schutz zu nehmen, dass man verschiedenen Stellen entnehmen zu können glaubte, Aristoteles habe keineswegs die Weltewigkeit mit apodiktischer Gewissheit behauptet, sondern nur Zweifel und Bedenken hierüber ausgesprochen (s. Kusari I, 65; More II, 15). Und wie denkt Aristoteles über den menschlichen Geist? Wohl hatten schon im Alterthum die Ansichten darüber sich getlieilt, ob Aristoteles eine persönliche Fortdauer nach dem Tode, oder nur ein Aufgehen in den allgemeinen Weltverstand angenommen. Doch hatten die jüdischen Religionsphilosophen, denen die aristotelische Psychologie (da auch in ihr, ebenso wie in der Metaphysik, die Tendenz vorherrscht, das Uebergcwicht des Geistes der Materie gegenüber zu wahren) des Treff- י) I!1 folgender Stelle der Ethik stellt jedoch Arist. eine VorsehangsLehre auf, die ganz der jüdischen entspricht: '0 Ss narä vovv ivsQycov ned rovvov Q'sqoltcs-vohv xa 1 diaxeifiievog agiGza xai O'eoqpilsazcctog Ü01%£v eivar et y&Q ng impslsia zcov otvd'QOitivwv v7tö ftscSv ylvezca, cqgtcsq e.01%0u, 1tal etrj av evloyov yjaigsiv ts avzovg z05 ocqiötg) %eü r.w GvyysveGtatcp xod rovg ayaTtovzag paliGtu■ roino iccu ri[tovzotg, avrevTCotuv, wg zcov (pdöjv auzolg imfjbsloufiEVovg. 9tcd dgaftwg re xcä ncdcog nq:kzzovzag. Fran k c I} Honatsschrifl. XU. 4, 11

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