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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 4 · p. Seite 136

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 4
Article
Was hat den Aristotelismus in der jüd. Religionsphilosophie des Mittelalters so populär gemacht?
Date
1863-01-01
Page
Seite 136 (sequence 7)
Language
German
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136 Der Aristotelismus in der jüd. zur sclilechthinnigen Vollendung, und der daher reinster Geist sein muss, da jedes Wesen, das noch mit Materie behaftet ist, als solches dem Wechsel, der Entwickelung und Veränderung untertlian bleibt — die Lehre von einem solchen Gott, der unendlich erhaben sein muss über die in steter Entwickelung begriffen6, sinnlich gegebene Welt, hat wohl durchaus nichts gemein mit dem Pantheismus der Eleaten. Aristoteles sucht das Fürsichsein Gottes und sein dennoch zur Welt• bestehendes Verhältnis8, wie dies öfters in seiner Art ist, an einein Gleichnisse klar zu machen. Mctaph. XII, 10: Untersuchen wir, sagt er, auf welche Weise das Welt-ganze das Gute — d. 11. Gott in sich begreift; ob es etwas Gesondertes und Fürsicliseiendes ist, oder die Ordnung, oder beides zusammen wie ein Heer. Die Trefflichkeit des Heeres nämlich beruht sowohl in der Ordnung als im Feldherrn, doch inehr noch in diesem; denn der Feldherr ist nicht durch die Ordnung des Heeres, sondern diese durch ihn bedingt. In dem unmittelbar vorhergehenden Capitel desselben B11eh es (Met. XII, 9) sprach Aristoteles davon, dass Gott eine sich selbst denkende Intelligenz sei (vorjaig vorjoscog)*), denn ihm ziemt es, dass er das Beste denke, dieses aber ist nur Gott, als das Vollkommenste, selber; auch müsste, wenn sein Gedanke ein Anderes als er selbst wäre, Gott erst vom Vermögen heraus zur Actualität gelangen. — Da jedoch demgemäss Gott als blos beschauende theoretische Vernunft gefasst werden könnte, ohne zur Welt im Verhältnisse zu stellen, so beeilt sich Ar ist. in dem gleich darauf folgenden Capitel 10, das Verhältniss 60ttes zur Welt an dem obigen Gleiehniss auseinaiiderzusctzen. Wie der Feldherr, von dein die Ordnung ausgeht, dein Heere innewohnt und doch selbstständige Existenz hat, so soll auch Gott als die Welt durchdringend und doch für sich seiend gedacht werden, — Wir heben dies hier besonders hervor, weil wir ganz denselben Ideengang auch bei Maiinuni bemerken. Im More I, Ah sehn. 68 wird nämlich ebenso Gott als sich selbst denkende Intelligenz dargestellt. In zwei unmittelbar darauf J) Wir können hier nicht die Bemerkung unterlassen, dass der talmudiselie Satz (Berach. 7a) מטין שהק״בח vielleicht einen ähnlichen Gedanken aussprechen will.

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