Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Was hat den Aristotelismus in der jüd. Religionsphilosophie des Mittelalters so populär gemacht?
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 6)
- Language
- German
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Rcligionsphilosophic <10s Mittelalters. m ]Material der Stoff, der Bauplan die Form, der Raumeistor die bewegende Ursache, das wirkliche llaus endlich der /weck. Diese vier Grumlbestinnnungen alles Seins redueimi sieh jedoch bei näherer Untersuchung nur auf ein Princip, nämlich den Zweck. So ist. in unserem Beispiele das Material nach dem Zwecke gewählt, den das Hans er lüden soll; die Form ist diesem Zwecke gemäss entworfen, und die den Baumeister hewegende Ursache ist ebenfalls nur der zu verwirklichende Zweck, nämlich das 7.11 hauende Haus. — Und wie hei dem Kunstwerke, so zeigt sich ganz dasselbe auch hei allen Gebilden der Natur. Ueherall ist es der Zweck, der den ihm am besten geeigneten Stoff wählt, der die geeigneteste Form bestimmt, und der die bewegende Ursache leitet. Daher der Ausspruch des Aristidelos: ,,Alles Werden in der Natur geschieht um des Wesens willen, das Wesen aber ist der Zweck.“1). — 111 welch lierrliebem Liebte erscheint uns dadurch die Welt, in welcher überall der Zweck der leitende (ledanke ist, in der nirgends Zufülligkeit, Ungefähr, Planlosigkeit, sondern allenthalben ordnender He danke, plan- und zweekvolle Weisheit zu 'fuge tritt! ״ — (י הטבע הכם ולא יפעל רבר לנטייהDie n;ui״• ist. weise, sie schafft nirgends ohne Zweck,“ ist ein von den jüdischen Philosophen dem Aristoteles iiachgeschricbcsier Satz3). Doch wie, wollte Aristoteles hierdurch vielleicht die Natur an die Stelle Gottes setzen? War er vielleicht ein Bekenner des P a n 111 e i s in u s? Keineswegs! Die aristotelische Lehre von Gott, als dem absohlten Geist, in dem Nichts ist, was erst vom Vermögen heraus zur Actualität gelangen müsste, sondern der sein ganzes Sein in der Gesammtheit seines Wesens herausgearbeitet hat י) Vergl. Phys. 11, 3; Met. 1, 3. — Der Zweck wird von Arist. zugleich als ,,das Gute“ bezeichnet, und da Gott der erste Zweck im Seienden, in der Gestalt des zweckmässigen Gedankens die Welt durch dringt-, daher wird Gott von Aristoteles gewöhnlich r 6 tv gemm nt. a) Vgl. Kusari 1, 70. v, 12; More 11, 14. ui, 20; ספר זכות אדם הראשון (als Anhang ILE, zu der' von Jellinek edirten Derascha des Naciunamdcs) S. 40. a) S. de purt. an im. I, 1: H tpvaig tvem tov noiei ndvtct, de Coelo II, 4: 6 &idg aal H <pvctg ovÖiv pdvqv nolovat,