Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Jüdische Dramen der Gegenwart [Rezension]
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 6)
- Language
- German
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Jüdische Dramen durch die Liehe und Treue, mit der er sich seinem Oegenstande hingibt, vollkommen aufgewogen. Es ist in der That interessant, zu sehen, wie dieser Fremdling sich dem unbekanntem Gebiete nähert und es versucht, sieh in die Tiefen des jüdischen Volksgeistes zu versenken und eine Zeit, von der nur selten ein leises, gebrochenes Echo zu uns licrüberhallt, in ihrem ganzen Wesen zu erfassen. Wir freuen uns, dankbar bekennen zu dürfen, dass dieses Streben sein Ziel nicht verfehlt hat; die Dichtung scheint, uns sagen zu wollen, dass ihr Meister die jüdischen Schrif• teil nicht blns gelesen, sondern mit Verständniss gelesen, und dass sich ihm darin der jüdische Geist gleichsam lebendig geoßouhart habe. Wenn wir freilich den Massstab der wissenschaftlichen Kritik anlogcn wollten, so würden wir linden, dass der Dichter hie und da in der poetischen Ideenz zu weit gegangen. 80 lässt er 7>. 1>. II. Akiba und den Patriarchen »Simon ben Gamaliel als zusanimenwirkende Zeitgenossen aul’treten, während wir doch wissen, dass der erstere den Fall von Detar nicht mehr ■erlebte*) und der letztere zu jener Zeit noch ein Knabe war**). Rom wird hier fortwährend ״ E<lomu benannt, so hiess es bekanntlich bei den Juden der damaligen Zeit noch nicht***). Wir können auch manches Andere nicht verschweigen. Wir wissen zwar wohl, dass, was uns liier auffallend■ erscheint, nicht eigentlich vor das Forum der Kritik gehört, und dass sie sich nicht amnasst, jene alte ewige Frage von den drei Ringen wieder uufzunelimen, oder gar einen endgültigen Entscheid über ihre Echtheit oder Falschheit alizugeben. Aber wir können doch nicht umhin, ein derartiges gewaltsames llereinzielien der christlichen Religion, wie es in diesem Drama hervortritt, von der Hand zu weisen, weil wir in der That nicht absehen, wie dieser nationale, streng jüdische .Stoß' zu einer Verherrlichung des Christenthumes Anlass geben koaute. Der Dichter *ן Vgl. Frank ul, Ilodegetik S. 121, 122, wo auch auf Rupoport’s Ansicht verwiesen wird. **) llodeg&tik S. 180. ***j Vgl. Ihn Esra z, Gen. 27, 10.