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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 4 · p. Seite 125

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 4
Article
Jüdische Dramen der Gegenwart [Rezension]
Date
1863-01-01
Page
Seite 125 (sequence 5)
Language
German
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der Gegenwart. 12; > Ins zur Poesie. Das Volk fallt; doch im Falle noch selum wir׳ es siegen. Denn dasselbe Rom, dessen Schwerts! reiehen das arme Juda erliegt, tragt schon den .Keim des Todes im Herzen; es trimupliirt, ahm״ nur, um buhl für immer von der Wellbülme zu verschwinden, — während der besiegte Gegner sieh aus seinem Scheintode erhebt, wieder zu sich zunickkoniint und so seinen Sieger bis auf unsere Tage überlebt. Der neueste j " ' Gesehic.Iitssehreiher, (ler mit, geschickter Hand die dunkeln Fäden dieses Ereignisses nusciuandergelegt hat, sagt mH Recht von jenen Heldenlagen: ״Dieses grossartige׳ Schauspiel, wo die religiöse Regoisterung gegen die militärische Diseiplin, die unterdrückte Nationalität gegen die kettenschmiedende Herrschsucht, die Sehnsucht mich dem, was man verloren, gegen den Trotz, das zu behaupten, was man einmal besessen, mit erbitterter Wuth und leidenschaftlieher Kampfeslust einander gegeimberstehen, hat noch nicht das ganze Interesse erweckt, welches ihm unstreitig gebührt“*). Und gerade die, Dichtkunst׳ hat dieser Ilehlenzoit ihre Ehrenkriinze versagt. Wenn mau nicht etwa eine kleine ■epische Fehlgeburt, die vor Jahren einmal das Lieht der Welt erblickte, hier aufzählen wollte, so wüssten wir in der That keine einzige Dichtung, die der Grösse dieser Zeit und des Mannes, der in ihrem Mittelpunkte steht, so oder so gerecht geworden wäre. Aber das alte Wort bat Recht.: ״Der Prophet gilt nichts in seinem Lande.“ Erst ein nichtjüdischer Dichter, ein christlicher Theologe muss kommen und den Stein, den die Ruuleutc verworfen, wie,- der hervorkehren; er setzt ihn in's rechte Licht, und siehe da, er findet in ihm einen wahrhaft dramatischen Stoff. Und das ist der glückliche Griff, von dem wir oben gt> sprechen. Freilich betritt liier der Dichter einen Kreis, der dem Kreise seines Denkens und Fuhlens fernstellt, ihn hochstens berührt; er muss sich daher den 81011' erst mühsam zu eigen machen. Aber dieses nothwendige Uebel wird *) Oraotz, Gesell. 1i. J. UI, 173. 84

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