Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Jüdische Dramen der Gegenwart [Rezension]
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829290-2829295-2859517--07604-2859558- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
121 Jüdische Dramen <1011 Schäden seiner Gattung heulen muss, so kommen dieser Dichtung alle Vorzüge zu Gute, die überhaupt einem jüdischen Geschichtsdrama zur Seite stehem Es ist aber in der That noch in ganz besonderem Sinne ein glücklicher (יrill״, eine gute Eingebung zu nennen, die dem Dichter gerade diesen St.otT in die Hände gespielt ha(. Dar Koehba! Was schliesst der Name dieses ,.letzten Königs de.r Juden^ nieht alles ein! Die jüdische Nation steh! an dem Greuzpleilrr ihrer p< ditiseben Uennbahu. Wir sehen den römisrhrn Adler, der sie erst in weiteren und dann in immer engeren Kreisen umzieht, endlich wie im Schuss an!' seine. Deute, losstürzen, um sie zu packen. Kehmi hat er ihr grausam das Herz herausgerissen, ihr Jerusalem, ihr Heiligthum, ihr Alles genommen: aber noch zuckt das Lehen in allen Gliedern: der Leih kämpft 11ml riii^t, als wollte er die Seele, nicht lassen, und die Seele sträubt sieh, als wollte, sie aus diesem geliebten Körper nicht scheiden. In der festen Stadt Betar sammeln sich die Treuen־ zu einem letzten Kampfe, und hier sein׳!! wir denn auch noch einmal die Flamme heiliger Begeisterung in lichter Lohe emporsleigen, — freilich mir, um, wie das letzte Aufllackeni eines scheidenden Feuers, bald ganz zu verlöschen und in sich zusammenzusinken. Wie gross ist dieses Volk in seiner letzten Erhebung, wie mannhaft und furchtlos rafft es sich auf und richtet das wunde Haupt empor. Denn die Begeisterung hängt nicht in der Schwebe, ist kein' Luftgebilde: sie. ist Fleisch und lilut geworden und hat ihren verkörperten Träger ge tunden — in dem Volkshelde.u Har Kochba. Wold müssen wir* gerade hier mit Bedauern wahr nehmen wie bereits uusserjüdische Elemente verheerend und vergiftend in den jüdischen Staatskörper liereingedriingen sind, und Fremde wie. Einhcimisehe am Mark des jüdischen Volkes zehren; aber noch stehet dieses heilige Volk auf heiligem Hoden, die Besseren unter ihm wissen und wollen das Bessere, und es erhebt sieh gerade jetzt noch einmal, um seine Selbstständigkeit zu wahren, um zu siegen, wenn es kann, oder wenn nicht, zu sterben. Dieser Kampf ist selbst schon eine Tragödie, und die Geschichte wird hier willen-