Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Jüdische Dramen der Gegenwart [Rezension]
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829290-2829295-2859517--07603-2859557- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
der Gegenwart.. 12:1 munden in 1ms wach nwl lockt längst, verschollene. Klänge aus ihrem Versteck hervor; er scheint keine neuen Ideen, keine /findenden Funkern in unsere, Rrusl; zu wer- Ion, aber der Dichter soll ja auch gleichsam nur ein Spielmann sein, der sanft an die Sailen schlägt und die schlummeruden Töne, zur Auferstehung weckt. Für das jüdische Geschichtsdrama, wird also die Kritik schon des *Stolles halber sich erklären. Dass trotzdein gerade die jüdischen Dichter diese echt poetischen Stolle hei »Seife gelassen liahen, ist ebenso äugen!rillig, als leicht erklärlich.!Meist ruft, sie die Tendenz zum Dichten auf, und es geht, dann mit rechten Dingen zu, wenn die Unbefangenheit des Rlirkes, die ׳Freiheit <166 künstlerischen Schaffens darunter leidet. Die.se Erscheinung hat aber wohl noch einen anderen, tiefer liegenden Qu eil punkt. Der ״Jude des neunzehnten Jahrhunderts“ lieht; es, leichten Sinnes über Alles, was seinen Vätern heilig war, hinwegzuhüpfen um!, wo und wie er kann, mit der Vergangenheit zu brechen. Diese neujüdischen Dichter haben der alten Freiheitsidee ihres Volkes, dein religiösen Gedanken, der es durch die (Jeschichte getragen, in ihren eigenen Herzen Gräber errichtet, — wie sollten sie sieh da versucht fühlen, ihn für Andere lebendig zu machen und poetisch nuszugesfälten? *So haben sie denn durch eigene *Schuld jene Pegeisterung verloren oder von sieh geworfen, um sieh durch nielatjüdisehe Dichter beschämen zu lassen; denn diese eignen sieh oft jene fremden• Stolle, mit seltener Diebe und Einsicht an, weil sie sieh leidenschaftslos und mit objectiver Ruhe in die jüdische Geschichte vertiefen. Auch das neueste Drama., das, der jüdischen Geschichte entlehnt, sich von allen Nebenabsichten und Scitenliiehen len!.hält, rührt nicht von jüdischer Hand her. Es ist das Trauerspiel ״Rar Koch ha,“ von Paul Möbius. Wir thun nicht zuviel, wenn wir dieses Stück jenen Zweckdramen als eine echte Dichtung gegeuüherstellen. Aus dem bisher Gesagten wird klar sein, dass schon die Wald des Gegenstandes unserem Verfasser Ehre machen muss. Dona wie Stcin’s ״Kuabcnrauh“ nothvvendig an 10״