Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Jüdische Dramen der Gegenwart [Rezension]
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829290-2829295-2859517--07602-2859556- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
'indische Prnme'ii;-צ! in <10.1• Luft, noch fühlt er Roden unter sieh. Und dieser heilige Roden mit seinem snnftrausehemlen Jonlan und seinen himmelanragenden Gedern, — welch״ ein Meer von Empfindungen regt er in uns auf! Alles ist hier dazu angetlian, uns jinelisch zu stimmen. Wo das Auge hinschauet, sucht es die 8jM1re.11 der Gottheit, und überall glaubt das Ohr das verhallende Echo höherer Sphärenklang«‘ zu erlauschen, Run׳ nn"»gen die Dieliler hernntrelmi und ihre Schlüssel hervor/.ieluui, um uns dieses Wunderland zu ötlneii. Sie wollen die Poesie zu einer Schale machen, hin!er der, als verborgener Kern , eine Tendenz lauern soll. Mbgen sie dieses nnkünsllerisebe Gchuhrcn lassen, das das freie Schallen nur beengt und den Ein״* nach oben hemmt. Wohl ist nicht,s leichter, als durch jene poetische Einklei- «hin״ und Verklärung bestimmter Tendenzen auf die Ilerzeu zu wirken״ Aber die wahr«‘. Poesie verschmäht, diese Lockmittel, sie, braucht nicht erst der Rande und Eossein, um uns Idrlzureissen und an ihren Wagen zu ketlen. Sie ist. sich selber genug, und wenn sie in ihrer einfachen Hoheit an uns vorüberschreitet, dann ziehet sie uns an, ohne es zu wollen, und wir folgen, ohne es zu wissen. Man wird emwenden: die Vergangenheit des jüdischen Volkes stehe uns schon zu lern und der Zuschauer könne ihr kein warmes Herz entgegentragen, sehe kalt und theilnahmlos auf sie zurück. Aber der Sprung ist doch nicht so gross, als er aussieht, liehen doch die Thaten der Griechen und Römer, die wir ja nur aus Rüohent kennen, und der ganze grosse. Ideenkreis dieser Alten, in den wir uns nur mit Mühe hinein den ken, aber niemals hinein 1 oben können, einen unwiderstehlichen Reiz auf uns! Und sollte hierin jene alte heilige Vorzeit zurückstehen, in der wir mit all’ unserem Dichten und Trachten, mit unserem Glauben und Fühlen, mit unserem innersten Leben wurzeln? Gewiss nicht. Es bedarf nur des Anstosses von aussen, um eine ganze Fülle von Gedanken und Gefühlen in uns aufzuregen und in Fluss zu bringen. Dieser Anstoss ruft dann freilich nur alte 8tim-