Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über Thierquälerei nach den Grundsätzen des Judenthums
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 12)
- Language
- German
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U ub cr T hier1| uFdcrei Tliicrc, dasselbe für König, Volksführer, sondern es haben ja in der Tliat Moses, Saul und David von dem Hirten־ stabe sieh zum Sceptcr einporgeschwungen, und merkwürdig ist.'s, dass wie Jacob, ein sanfter Hirt die Thiere ])liegend durch Milde, Ksau dagegen, ein wilder Jäger, durch׳ ltauhheit und Rohheit sich kennzeichnet: also auch in Israel von je das Hirtenwesen gepflegt, die Jagd aber ihm fremd geblieben, ja vom Talmud so verpönt wird, dass er (Aboda Sara 7) die Worte Ps. 1, 1; ״Heil dem Manne, der nicht geht in dem Ruthe der Frevler," deutet: Heil dem, der nicht an Jagden theilnimmt. — Mcrkwürdig ist es, wie gerade ein berühmter jüdischer Schriftsteller unserer Zeit sieh übereinstimmend hiermit ausspricht, wie aus seinen Worten die Beziehung der Thierjagd zur Grausamkeit gegen Menschen, der Einfluss des unnützen Zerstörens auf die Verwilderung der Mensehennatur hervorleuchtet. Auerbach lasst nämlich (Schatzkastlein S. 23) einen Pfarrer sagen: ״Es liegt etwas Unheimliches in der Mordgier der Menschen: zuerst beginnt sie im Kleinen, dann aber steigt sie immer höher und setzt sich endlich einen Menschen zum Ziel. Ich mag nichts davon hören, wenn man von edler Waidnuunislust singt und sagt: das ist nichts als aufgeputzte Sünde. Und dass es ehedem Menschen gegeben bat, die sich das Wild aus dem Walde haben in den Schlosshof treiben lassen, um es vom Feilster aus zu schiessen und dabei zu lachen und za scherzen, das war doch nichts als reine, oder eigentlich unreine Mordlust. Wer eine Freude darin findet•, ein Thier zu tndtcu und es nicht aus Notlnvchr oder zur Nahrung thut, der ist weit niedriger als das Thier." HL Wir haben endlich zur Bekräftigung des Gesagten noch zwei Verbote zu erwähnen, denen scheinbar Barmherzigkeit gegen das Thier zu Grunde liegt, bei deren •näherer Beleuchtung aber sich ergibt, dass ein soleher Grund nur gesucht erscheint, und sie uns vielmehr gegeben sind, damit wir nicht, durch Gewohnheit abgehärtet, solches Thun auf gleiche Verhältnisse unter den Menschen übertragen.