Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über Thierquälerei nach den Grundsätzen des Judenthums
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 5)
- Language
- German
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mich den Grundsatz,«.* 11 des Judentliums, 4f> oder die ihm Liebe und Wohlwollen gebieten, in drei Kategorien theilen: 1) Vorschriften, welche sowohl in Bezug auf die leblose Natur, wie auf lebende Wesen gegen die Zerstörungssucht gerichtet sind; 2) Vorschriften zum Schutze und zur?liege der Thicre und ־zur Vorhin• derung der Grausamkeit gegen dieselben. Sie haben wohl das Beste des Thieres im Auge, als ihr letztes Ziel jedoch gilt die Veredelung des Menschen und die Verhütung der Verwilderung des menschlichen Gemüths; endlich 3) Vorschrillen, weiche der Israelit gegen das Thier zu beobachten hat, die in Bezug auf dasselbe eigen־!lieh gleichgültig, und nur dazu gegeben sind, um das Gefühl für ähnliche Verhältnisse beim Menschen nicht zu verhärten. Aus diesem Allen geht hervor, dass 1) bei den Vor- Schriften gegen die Zcrstüru-ugssucht (בל תשחית) und gegen die Thierquälerei (צער בעלי חיים), wie bei allen bihliseheii Vorschriften das letzte und höchste Ziel der Schutz und die Veredelung des Menschen ist (לצרף אח חבריזת); dass 2) iin Sinne der Bibel die Barmherzigkeit gegen das Thier in einem Menschen, der engherzig, ausschliesscnd, inhuman sich gegen Menschen zeigt, Thorheit und Widerspruch ist, und dass 3) die Barmherzigkeit gegen das Thier da eine Grenze hat, wo wir in ähnlichen Verhältnissen auch gegen uns selbst und unseres Gleichen die Schonung nicht am Orte finden. Nach diesen allgemeinen Sätzen gestatten wir uns als Beleg für dieselben die betreffenden biblischen Vorschriften, getheilt in die oben genannten drei Kategorien, vorzuführen. I. Als Vorschriften gegen den Trieb zu zerstören und zu verhimmeln stellen sich dar: -1. ,Das Verbot (5, B. Mos. 20, 19. 20): ,,So du eine &3tadt längere Zeit belagerst, sie bekämpfend, um sie zu erobern, so zerstöre nicht ihre Bäume, das Beil über sie schwingend, (denn von ihm issest du, darum sollst du ihn nicht fällen; denn .der Baum des Feldes ist der Mensch — die Nahrung des Menschen —), dass (die Stadt) vor