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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 2 · p. Seite 44

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 2
Article
Über Thierquälerei nach den Grundsätzen des Judenthums
Date
1863-01-01
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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41 Uelicr ThLerqiiiilcrci Wäre cs liier nicht gcrathen, wenn schon diese und ähnliche Anslalten bestehen!missen, mindestens das Personal /,u verdoppeln, mn die Arbeiter auf die Hälfte der Zeit dem Leben zurückzugeben? Jedenfalls ist diese Vorkel innig wichtiger, als die Frage der Thierquälerei. Solche Inconsequeiizen sind aber ausgeschlossen, sobald man den Sehnt/ der Thicre vom rechten religiösen Standpunkte aus betrachtet und übt. Schon die alte lleligioii des Zend-avesta hat zwar die Tliiere in Schutz genommen. Nach ihr gelten Licht, Sonne, frische Luft, Üiessend Wasser, für freundliche Gottheiten (Diener des Ormuzd): die Nacht, die Miasmen, das Todle und Kaule dagegen, sowie das Unreine u. dgl, als Diener der bösen Gottheit (Ahriman). Ebenso sind die Thicre eingetheilt in wohltlniläge und schädliche (Kharfesters); letztere sollen ausgerottet werden, was oft als Ibisse für Sünden ausgelegt wird. Dem Schutze dagegen werden die guten Tliiere empfohlen, nämlich die 282 Arten reiner, dem Ormuzd gehöriger Tliiere. Heilig als Vernichter der schädlichen Tliiere sind der Fuchs, das Stachelschwein (Vernichter der Ameisen), der Hund und andere. Wer sieht aber hier nicht sogleich, dass es sich nicht sowohl um die Moral, als um den Punkt der Nützlichkeit dreht? Hier fehlt nicht nur jedes höhere Moment, sondern die Nützlichkeits-Theorie dürfte auf manchen Irrweg leiten. Wie würdig, erhaben und vernunftgemäss aber erscheint die Begründung des Schutzes der Thicre in Bibel und Talmud! Hier gilt als oberster Satz: Der Mensch, im Ebenbilde Gottes geschaffen, soll dieser Ebenbildiichkr^t gemäss seine Freude am Schaffen und liebevollen Erhalten, nicht aber am Zerstören, Entstehen, %1äjgn und Verstümmeln haben. Demgemäss wird dem Menschen Schonung und Liebe auch gegen die leblose Natur zur Pflicht gemacht ן diese?(licht steigert sich gegen die belebten Wesen und erreicht ihren Höhepunkt im Verhältnis zum Menschen. Wir können also alle Vorschriften, welche die heilige Schrift dem Mensciien in seinem Verkehr mit anderen Geschöpfen gegen Rohheit und Grausamkeit gegeben,

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