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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1863-01-01 · Heft 2 · p. Seite 43

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
12 (1863)
Issue
Heft 2
Article
Über Thierquälerei nach den Grundsätzen des Judenthums
Date
1863-01-01
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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nach den ..Grundsätzen des Judenthmns. 43 wo es irgend dem Eigennutze frommt. Wie wurde mau es sonst; z. B. zugeben, dass manches Thier von dem Schlächter abgcstochcn werden, der es so lange als möglieh heim Lehen zu erhalten sucht, also seinen Todeskämpf möglichst verlängert׳, um mit dem letztinöglichen Blutstropfen den grösstmögliclieu Nutzen zu erzielen? Das ist nicht nur höchst grausam gegen das Thier, sondern trägt auch zur Verwilderung der menschlichen Natur hei. Die Principlosigkeit springt aber noch mehr in die Augen, wenn wir neben der Fürsorge zum Schutze der Thiere vom Staate unterstützte Anstalten bestehen sehen, die nothwendig die Lebensblüthe der Arbeiter lauge vor der ־Zeit־ erbleichen lind brechen machen, und deren Leben bedeutend verkürzen, Von solchen Anstalten seien mir beispielshalber die (Johl- und Silberbergwerke erwähnt. Wer ein solches besucht hat, der hat; wohl gesehen die׳ Jammergestulten der erbleichten Greise im männlichen Alter, die Jünglinge, von deren Wangen das Roth der Lebensfrische längst geliehen, ■und neben ihnen die frischen binhenden Knaben, die erst kurze Zeit vorher eingetreten und die;in ihren nur um wenige Jahre älteren Genossen das Spiegelbild des Grabes ihrer Jugend sehen, dem sie ihr Leben verkaufen, um cs sich eine kurze Frist Jammervoll zu erhalten. Man denke sich eine grosse Anzahl Menschen einen grossen Th eil ihrer Zeit lebendig begrabei! unter der Erde, des Lichtes und der Sonne beraubt, fern vom Schalle alles Lebens, schädliche Luft einalhmend und unter fortdauernder Gefahr verschüttet zu werden, oder von bösen Wettern den Tod der Erstickung za leiden. Man denke sich ferner, dass jetnebr ein solcher Schacht uusgebcutet wird, je tiefer also der Bergmann zu steigen hat, der Aufenthalt drunten um so ungesünder und die Gefahr der bösen Wetter um so grösser wird. Und dies Alles geschieht: ״Um Gold, das an entdeckt van so besser ruht, Das Mutter Erd* einhüllt, weil man's besser flieht, Als ihrem Schoss es zu entlocken, Räub’risch den heil’gen Schatz entweihend‘4*). *) Horat. Oden III, 2. ״־4

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