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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 12 · p. Seite 458

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 12
Article
Die Philosophie der Juden
Date
1862-01-01
Page
Seite 458 (sequence 14)
Language
German
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408 Die Philosopliie der Juden. keine Beziehung habe? Es ist besser einzugestehen, dass wir wissen, was er nicht ist, nicht was er ist. Aber wie! Wenn es Gefahr hat, von Gott zu sagen, dass er Weisheit, Macht, Freiheit besitze, wird man wenigstens nicht sagen können, dass er ist, dass er einzig ist, ׳dass er das Sein und die Einheit besitzt? Nein. Gott ist ohne Zweifel das Sein der Sein (das Wesen der Wesen), und er sagt von sich selbst zu Mose: ״Ehje ascher ehje“ (ego sum qui sum); aber das Sein Gottes hat keine Beziehung, keine Analogie mit dem Sein der Geschöpfe. Maimonides gibt hierfür einen sehr bemerkenswerthen Grund an, nämlich dass in dem Geschöpf, das zu sein anfängt und aufhören kann, das Existiren etwas Zufälliges und Accidentielles ist, wahrend in Gott die Existenz nothwendig ist; sie bildet mit der Wesenheit nur eins. Und was die Einheit betrifft, so kann man sicherlich und nicht oft genug sagen, dass Gott einzig ist; aber man muss es recht verstehen. Die Worte, die Formeln sind nur ein Leeres Gerede, wenn man sich nicht hineinversenkt. Die Einheit in den Geschöpfen ist immer mit der Vielheit verbunden. Es ist nicht die reine und absolute Einheit, es ist die vielfältige Einheit, die Einheit, die sich theilt und entfaltet, wie z. B. unsere Intelligenz, die in Bildern und Ideen sich kundgibt, oder wie die Sonne, die strahlt und leuchtet. Alle diese Analogieen sind falsch, wenn man sie auf Gott anwendet. Die Einheit Gottes lässt keine Theilung zu; sie ist eine in sich concentrirte und zusammengefasste Einheit. Was aus ihr nach aussen emanirt, das ist nicht sie selbst, das sind vielmehr Wesen, die ohne Analogie und Beziehung zu ihr stehen, zufällige, theilbare, vergängliche Wesen. Folglich hat man sich durch eine irreführende Metapher täuschen lassen, wenn man sagt, Gott besitze die Einheit. Aber wenn Gott keine Attribute hat, wie soffen wir ihn denn erfassen? Wenn er durch seine absolute Einheit aller Erfassung von Seiten des menschlichen Denkens sich entziehet, wie sollen wir zu ihm unseren Geist und unser Herz erheben? Und nun das Mittel selbst, seinen Namen anzurufen, wenn jeder Name, den wir Gott geben, eine

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