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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 12 · p. Seite 457

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 12
Article
Die Philosophie der Juden
Date
1862-01-01
Page
Seite 457 (sequence 13)
Language
German
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Die Philosophie der Juden. 457 ben hinter der Zahl der Goldstücke besteht, sondern in ־dem Unterschieben des Silbers an Stelle des Goldes, was denn sagen soll, dass zwischen Gott und dem Geschöpf nicht ein einfacher Unterschied des Grades, von mehr oder weniger, existirt, sondern eine Verschiedenheit in Wesen und Natur. Und wenn dem so ist, so darf man nicht sagen, Gott unterscheide sich vorn Geschöpf durch eine grössere Zahl von Attributen, man muss sagen: Gott hat gar keine Attribute. Was ist denn in Wahrheit ein Attribut? Etwas, was man dem Wesen eines Gegensinndes beilegt; aber es ist abgeschmackt, dem unbegrenzten Wesen Gottes etwas beizulegen. Oder es ist eine einfache Definition des Gegenstandes; aber einen Gegenstand definiren heisst, ihn in Beziehung mit einer Gattung und einer Art bringen. Gott, der der Einzige seiner Gattung und seiner Art ist, entzieht sich daher jeder Definition. Oder endlich es ist eine Determinirung eines Gegenstandes, d. 11. die Bezeichnung einer besonderen Art der Existenz, aber Gott Attribute beilegen, Messe alsdann ihn determiniren, ihn begrenzen, Messe auf ihn die Grenzen und den Modus des Geschöpfes übertragen, Messe endlich sein Wesen theilen und herabwürdigen. Wird man aber nicht gleichwohl für vier Attribute eine Ausnahme machen, die mit der göttlichen Wesenheit sich wohl vereinigen zu lassen scheinen: Leben, 'Macht* Wissen und Wollen? Irrthum! In unserem ungleichen und zusammengesetzten Sein ist Leben und Gedanke, Wissen und Können wohl getheilt. In Gott ist dies Alles Eines. Welche Beziehung existirt sonst noch zwischen unserem und dem göttlichen Wissen? Diejenigen, welche hartnäckig Gott das Denken als Attribut beilegen wollen, sind genöthigt hinzuzufügen, dass er nicht denke, wie der Mensch, nicht überlege, sich nicht erinnere. Wozu denn dasselbe Wort anwenden, um grundverschiedene Dinge zu bezeichnen? Wozu von Gott sagen, er besitze Willen und Glückseligkeit, um dieses gleich nachher durch die Erklärung zu widerrufen, dass er weder Hoffnung noch Furcht, weder Trauer noch Freude kenne, mit anderen Worten, dass seine Art des Seins mit der unserigen gar

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