Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Philosophie der Juden
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 448 (sequence 4)
- Language
- German
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; 448 Die Philosophie der Juden, Maimoiiides, von Moses von Narbonne, Leon Hebraeus, kurz Alles, nur kein Sohn DescartesV Und da ist nun Descartes plötzlich v011 einem ihn compromittirenden Schüler befreit, und mit demselben Schlage die französisehe Philosophie in Sicherheit vor dem erdrückenden Gewichte״ das mit Spinoza'8 Namen auf ihrer Ruhe und ihrer Bestimmung zu lasten schien. Sicherlich ist die Frage von Bedeutung, sie verdient gründlich discutirt zu werden, und wenn man nicht sonst noch eine Menge triftiger Gründe hätte, das grosse Werk Maimonides' zu lesen, so würde schon dieses Problem allein die Mühe lohnen, sich eingehend damit zu beschäftigen. ' I. Doch bevor man über den ״Führer der Verirrten“ spricht, muss man seinen Verfasser kennen. Moses bei! Maimon (das ist sein eigentlicher Name) ist ein andalnsischer Jude aus dem 12. Jahrhundert1). Er wurde zu Cordova den 30.. März 1135 geboren. Als Sohn eines gebildeten Mannes genoss er eine freisinnige Erziehung. In den jüdischen Schulen war ein Schüler des berühmten Avempace (verdorben aus Ibn-Babja)*) sein Lehrer, doch besuchte er auch die arabischen Schnlen, wo er einen Sohn des unter den Arabisten wohlgekannten Astronomen Geber von Sevilla (Djaber ben Allah) zum Mitschüler hatte. Er war kaum dreizehn Jahre alt, als die Eroberung Cordova’s durch Abdol-Mumin, das wilde und fanatische Haupt der Dynastie der Almohaden, über die Juden und Christen Andalusiens die schreckliebste Verfolgung brachte. Maimonides5 Familie beugte ihren Rücken unter dem Sturm und nahm, um Tod oder Verbannung zu vermeiden, äusserlich den Islam an. Als seltsame Folge menschlicher G-ewaltthMgkeiten konnte man 17 Jahre hindurch Den Ln den Moscheen knieen *) lieber die Biographie des M&imonides siehe Frank: Etudes orientales, S. 317 ff. Vgl. Munk: Melange de philosophie juive et arabe. 6. 461 ff. ■"'*)'Hier scheint etwas verschrieben und soll wohl heissen: ״Schüler des berühmten Alfasi.“ ' F.